Banner

M(e)&M(other)

Raimonda Gudaviciute und Elias Haun 
Filmpremiere

Raimonda Gudaviciute/ Ingrida Gerbutaviciute/ Sebastian Heindorff

»M(e)&M(other)«

A short Dance Film

Samstag, 28.11.20, 20:00, frei
Stream unter www.gallustheater.de und www.facebook.com/gallustheater

»Die weltweite Pandemie hat alle Bereiche schmerzlich getroffen, für mich persönlich brachte sie aber zugleich auch neue Ideen und Perspektiven: Was wäre, wenn wir die Mutterschaft zu einem Teil unserer Arbeit machen würden?« - fragt Choreografin Raimonda Gudaviciute in ihrem Kurzfilm »M(e)&M(other)«

»Being an artist and mother is not a fixed identity« Joanna Sokolowski

Der Kurzfilm »M(e)&M(other)« handelt von der Rolle der Künstlerin und der Rolle der Mutter - diese werden neben- und gegeneinander gestellt, verglichen, ausgewertet. In der Tanzwelt, wo die Körperlichkeit als ein Arbeitsmedium fungiert, wird die Mutterschaft noch immer nur leise thematisiert. Die Frankfurter Choreographin und Tänzerin Raimonda Gudaviciute spricht offen über ihren inneren Konflikt: in der Praxis erweist es sich immer wieder als schwierig sowohl engagierte und fürsorgliche Mutter, als auch kreative, freischaffende Künstlerin zu sein.

Der Kurzfilm stellt nicht nur den Widerspruch zwischen den privaten, sozialen und beruflichen Ambitionen von Raimonda Gudaviciute dar, sondern offenbart auch einfühlsam die Position des 7-jährigen Sohnes Elias. Das ständige Zusammensein der letzten Monate hat einen neuen Ansatz für den Beruf der Mutter geschaffen. Durch zeitgenössischen Tanz lernte Elias die Persönlichkeit seiner Mutter besser kennen und fand einen Weg zu einer anderen Denk-, Erkenntnis- und Ausdrucksweise. Durch den Tanz wurde eine Brücke zu einer neuen, innigen Kommunikation zwischen Mutter und Sohn geschlagen.

Raimonda Gudaviciute:
»Auch für mich war in den vergangenen Jahren meine Rolle als Mutter viel präsenter als meine Selbstverwirklichung als Künstlerin. Dann zwingt uns eine weltweite Pandemie von heute auf morgen alle zu Hause zu bleiben. Nach Außen leben wir social distancing, innerhalb der Familie verbringen wir die Zeit plötzlich Haut an Haut zusammen - im 24/7-Format. Der routinierte Tagesablauf wird auf den Kopf gestellt und es entstehen komplett neue Muster. Vor allem aber wird aus 'Zeit für mich' alternativlos 'Familienzeit'. Und während ich wie viele meiner Kollegen*innen von zuhause arbeite - unterrichte, kreiere, improvisiere - merke ich wie meine Kinder, vor allem mein Sohn, 7 Jahre alt, plötzlich an meiner Arbeit teilhaben wollen. Und ganz entgegen meiner Erwartung erweist sich diese Zusammenarbeit als für beide Seiten sehr anregend und erfrischend. In dem kreativen Umfeld, das ich ihm bieten kann, erforscht er für ihn ganz neue Denk-, Entdeckungs- und Lernprozesse. Er lässt auch sein Eigeninteresse am Tanz und seine eigenen Bewegungen aus seinem Breakdance-Unterricht in meine Arbeit mit einfließen. Ich erkenne eine gänzlich neue Mutter-Sohn-Ebene, auf der wir während des Tanzens kommunizieren. Er sieht in mir in diesen Momenten mehr die Tänzerin als die Mutter.«

Dauer des Films: 7´ 30´´

Gefördert durch das Kulturamt Frankfurt am Main mit Unterstützung von Gallus Theater, Tanzplattform Rhein-Main, Künstlerhaus Mousonturm, Hessisches Staatsballett.

Filmpremiere und Artist Talk vor dem Film

Choreographie, Konzept: Raimonda Gudaviciute
Dramaturgie, Konzept: Ingrida Gerbutaviciute
Tanz: Raimonda Gudaviciute, Elias Haun
Film: Sebastian Heindorff
Assistenz: Laura Ellinghoven
Grafik Design: Daniel Weberruss
Kommunikation: Manuel Haun

Raimonda Gudaviciute Elias Haun Raimonda Gudaviciute und Elias Haun Raimonda Gudaviciute und Elias Haun