Banner

Hamlet, ein Prinz in Dänemark

Theater Reissverschluss

Frankfurt Premiere

Theater Reissverschluss (Berlin)

»Hamlet, ein Prinz in Dänemark«

von William Shakespeare

Dienstag,   8.4.14 11.00 Eur 8/8
Dienstag,   8.4.14 20.00 Eur 15/11/8
Mittwoch,   9.4.14 20.00 Eur 15/11/8
Donnerstag, 10.4.14 11.00 Eur 8/8
Donnerstag, 10.4.14 20.00 Eur 15/11/8
für Jugendliche ab 15 Jahre (9.Kl.), Dauer: 105 Minuten, keine Pause

Das seit drei Jahrzehnten sich behauptende »Theater Reissverschluss Berlin«, das seine Produktionen neben zahlreichen Vorstellungen in Berlin und regelmäßig wiederkehrenden Gastspielen im Gallus-Theater Frankfurt auch auf internationalen Theaterfestivals in Rudolstadt, Liverpool, London und Gerona (Spanien) zeigte, setzt seine Beschäftigung mit Stücken der Shakespeare-Zeit mit einer Inszenierung von »Hamlet«, fort. Nach der »Der Sturm« im letzten Jahr ist es bereits das siebte Stück aus dieser Zeit (Elisabethanisches und Jakobäisches Theater), das Joachim Stargard inszeniert und bei uns zeigt.

Der blutjunge Prinz Hamlet kommt nach lange Abwesenheit vom Studium aus dem fernen Wittenberg zurück in seine dänische Heimat, an den Königshof nach Helsingör. Hier ist inzwischen alles fremd und so ganz anders, als er es aus den Jahren seiner Kindheit in Erinnerung hat. Nackt stolpert er durch eine nicht wieder erkennbare verwüstete Landschaft. Das Schloss ist eine streg bewachte Festung. Der Vater hatte in einem endlosen Krieg seinen Konkurrenten und Erzfeind, den norwegischen König Fortinbras, besiegt und getötet. Doch dann kam der Sieger selbst unverhofft und auf mysteriöse Weise ums Leben. Und dem heimgekehrten Sohn wird nun suggeriert, sein Vater sei im Schlaf vom eigenen Bruder Claudius auf heimtückische Weise ins Jenseits befördert worden.

Die Beerdigung fand in seltsamer Hast statt. Und Königin Gertrude, Hamlets Mutter, heiratete sogleich den Bruder des Toten und machte ihn so zum neuen König von Dänemark. Hamlet soll nun zum Verbündeten gewonnen werden. Seltsame Dinge geschehen: Der übernächtigten Schlosswache erscheint vor Morgengrauen ein gepanzerter Ritter, der als Geist des Gestorbenen, als Untoter, seinen Sohn Hamlet inständig beschwört, seinen Tod an Claudius zu rächen... Eine Halluzination?

Hamlet flieht in einen vorgetäuschten Wahnsinn, um den wirklichen Zusammenhängen auf die Spur zu kommen. Dabei tut sich vor seinen Sinnen ein Krater an Infamie und kaum kaschierter Machtgier auf, in den auch die unschuldige Ophelia verstrickt ist. Eine raffinierte Intrige rivalisierender mächtiger Clans? - Behauptungen oder Lügen - das ist hier die Frage.

Ein Mystery Thriller mit einigen (wohlbekannten) blumenreichen Sentenzen und möglicher zeitübergreifender Implikation!

Zur Premiere in Berlin schrieb die Presse: »Im 30. Jahr ihres Bestehens greifen das Theater Reissverschluss Berlin und dessen Leiter Joachim Stargard nach der Krone. Mit Shakespeares "HAMLET" wenden sie sich einem der meist gespielten, kontrovers interpretierten Königsdramen des großen Briten zu. Auch Stargard wartet mit eigener Lesart des 1603 uraufgeführten Stücks auf. Das schwerblütige, szenisch und personell verästelte Original, auf pausenfreie 105 Minuten reduziert, umreißt markant die politische Dimension der düsteren Geschehnisse: Machenschaften aus Machtkalkül, sagt er, fesseln ihn mindest in gleichem Maße wie die psychische Bedrängnis des Dänenprinzen. Wieder arbeitet Stargard mit kurzen, häufig stumm ablaufenden Bildern, die in der raschen Folge an filmische Schnitttechniken erinnern. Ein Bilderbogen aus Spiel, Gestik, Tanz. Mehr als einmal vertraut er eher dem beredten Körper als geschmeidigem Wortschwall. Das fordert die zehn Akteure gestisch wie tänzerisch und führt zu Szenen von außerordentlich plastischer Intensität. Dass Stargard seine straffe Inszenierung wiederum mit einer gehörigen Prise Ironie würzt, Gut und Böse nicht klar zuteilt, macht den Abend vielschichtig und gestattet gleichsam amüsante Momente. Die drei lärmenden Gaukler, die Hamlet für den Auftritt vor Claudius dingt, reden spanisch, französisch und portugiesisch, und sie bieten elisabethanisches Volkstheater wie die Handwerker im "Sommernachtstraum". Berührende Töne findet dagegen Martin Klotz im Gebet als schuldzerfressener König Claudius. Und Ophelias Wassertod ist ein stummes Bild zwischen sie hebenden und wogenden Menschenleibern. In der leis nuancierten Darstellung durch den mit erst 18 Jahren ungewöhnlich jungen Hamlet von Leon Imeri ist der Dänenprinz hier kein Zauderer, eher der planvoll seine Chance Erspähende. Musik von Händel bis Philip Glass füllt die Blacks zwischen den rund 25 miniaturhaften, in raffiniertes Licht getauchten Sequenzen.« (Neues Deutschland, Berlin)

»Sein oder Ich sein. Die Auseinandersetzung jugendlicher Protagonisten mit verhärteten gesellschaftlichen Reglements, die eigene Suche nach Individualität, stehen in den Projekten von Reissverschluss meist im Zentrum. Auch die Produktion zum 30jährigen Bestehen greift dieses Motiv nachdrücklich auf. Der mit Leon Imeri auffallend jung besetzte Hamlet steht in seiner Suche nach dem Platz im Leben im Mittelpunkt. Einen Extra-Applaus verdienen sich Jefferson Preto, Esteban Castro und Lukas Wagner als die drei überschäumenden Komödianten. Auf karger Bühne tragen die Darsteller historisierende Kostüme, und das kontrastreiche Geschehen wird durch die ausgezeichnete Lichtregie, in der das Ensemble konzentriert und mit Frische spielt, lebendig.« ( Junge Welt, Berlin )

Mit: Esteban Castro, Marlene Erforth, Constantin Gieseler, Leon Imeri, Julia Klein, Martin Klotz, Jefferson Preto, Manuel Rivera, Szilard Varnai, Lukas Wagner, Friederike Walter
Adaption und Inszenierung: Joachim Stargard
Fotos: Ronald Spratte

Karten: Voll 15,00 Euro
Karten: Erm. 11,00 Euro
Karten: Schüler 8,00 Euro

Theater Reissverschluss Theater Reissverschluss Theater Reissverschluss Theater Reissverschluss