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Das wahre Buenos Aires

Udo Diegelmann Das wahre Buenos Aires

Uraufführung

5. Frankfurter Herbsttage für Neue Komposition - Thema: Argentinien

con tempo Musiktheaterensemble

»Das wahre Buenos Aires«

eine literarisch musikalische Collage

Dienstag,   5.10.10 20.00 Eur 16/11
Mittwoch,   6.10.10 20:00 Eur 16/11
Donnerstag, 7.10.10 20:00 Eur 16/11

Anlässlich des diesjährigen Ehrengastlands Argentinien zur Frankfurter Buchmesse wird das con tempo Ensemble für zeitgenössische Musik eine Musiktheaterproduktion nach einem Kriminalroman des argentinischen Autoren Raúl Argemi, sowie nach Textzitaten der Autoren Elsa Osorio und Eduardo Galeano (Uruguay) herausbringen.

»Das wahre Buenos Aires« wurde von Udo Diegelmann auf der Grundlage von Raul Argemis Verbrechergeschichte »Und der Engel spielt Dein Lied« entwickelt. Die Leichtigkeit des Fussballs, die Sinnlichkeit und Erotik des Tangos treffen in diesem Musiktheater auf die Ernsthaftigkeit argentinischer Geschichte, zwischen Diktatur, Gewalt und Kriminalität.

Den Komponisten Udo Diegelmann und Andreas Boltz ist die Verpflichtung zum Experiment selbstverständlich. Der Leitgedanke in Argemis Erzählung, Gut und Böse zu verwischen, kein Happy End und somit keine moralische Erlösung zu liefern, findet hier in dem Collagieren von Texten, Kompositionen und Szenen sein musikalisch-dramatisches Pendant.

Über die Bearbeitungen traditioneller Tangos hinaus erstreckt sich das musikalische Spektrum zu Tango Nuevo Zitaten, Tango Mutationen zu zeitgenössischen individuellen Vertonungen. Neben collagierter Musik (im Konzept wird das Werk beider Komponisten nicht zeitlich getrennt) ist das verbindende Element dabei stets auch Argentinien, dessen Kultur und Bedeutung, die sich für uns äusserlich zunächst durch assoziative Klischees wie eben Tango, Diktatur und Fussball usw. darstellt. Diese Begriffe sind allerdings gleichzeitig Platzhalter einer inneren Welt, die sich auf einer Skala zwischen Sehnsucht, Geborgenheit und Schuld bewegt. Diegelmann, Boltz und Regisseur Rest knüpfen hier an und schaffen es, trotz aller Schwärze des Protagonisten El Negro, seiner tiefen Ernsthaftigkeit und Verzweiflung, das Augenzwinkern nicht zu vernachlässigen. 

Dabei fungiert das Trio der Sänger und Schauspieler sowohl als Erzähler, als Chor in rezitativischen Zwischenparts, unterstützt von einem geräuschintensiven perkussiven Kickertisch als Bestandteil des Bühnenbildes, und gleichzeitig als Darsteller und Protagonisten.

Die Instrumentalisten und Sänger des Ensembles con tempo bringen viele dem Text innewohnende Dimensionen ans Licht: Träume, Wünsche, Vorstellungen, Erinnerungen, Gefühle und Erfahrungen El Negros werden auf der Bühne nicht nur hör -, sondern mit allen Sinnen erfahrbar. Insbesondere die Sprache, Stilistik und Form Argemis schreit förmlich nach einer Umsetzung in Melodie, Klang, Rhythmus, sowie, innerhalb der Inszenierung von Sebastian Rest in Farbe, Aktion und Bild.

Nach »Bombay Quartett« im Jahr 2006 zum Buchmessenschwerpunkt Indien, »Die Schatten von Istanbul« im Jahr 2008 kommt ein neues Projekt des con-tempo-Musiktheaterensembles bei uns zur Uraufführung.

Künstlerische Leitung und Libretto: Udo Diegelmann
Inszenierung: Sebastian Rest
Sopran: Christine Graham
Bariton: Eric Lenke
Bass: Jürgen Orelly
Klavier: Petra Woisetschläger
Querflöte: Christoph Dorner
Percussion, Elektronik: Udo Diegelmann
Kontrabass: Udo Betz
Tangopaar: Melanie Bong und Richard Bonert

Udo Diegelmann Das wahre Buenos Aires