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Gold. Revue

Premiere

Frankfurter Lyriktage

»Gold. Revue«

Live-Hörspiel von Jan Wagner mit Musik von Sven Ingo Koch

Montag, 26.6.17 20.00 Eur 18/12 Karten Vorverkauf

Jan Wagners erstes Hörspiel ist ein mäandernder Strom aus Worten und zeigt eine ganz neue Seite des vielfach ausgezeichneten Lyrikers. Es ist das titelgebende Gold, das seit Anbeginn der Dinge ruhte, aber nicht schlief, das nur darauf wartete, gefunden zu werden am Ufer eines Flusses irgendwo in den menschenleeren Weiten, das gelauert hat auf den Einen, der es blitzen sieht, dem es zublinzelt aus dem Wasser und der sich heru nterbeugt, um es aufzuheben, Besitzer eines Geheimnisses, das keines bleiben kann. Und so rast das Gerücht von Dorf zu Stadt, über die Länder und Meere, bis die Fabriken und die Büros verstummt sind, die Schiffe leer in der Bucht schaukeln, nur noch die Hacken und Schaufeln hunderttausender von Glücksuchern zu hören sind - »jeder für sich selbst allein, und der Teufel für uns alle«.

»Gold« ist ein lyrisches Stimmenspiel, in dem sie alle zu Sprache und Gesang finden, die Herumtreiber und die Händler, die Schürfer und Gräber, die Bardamen, Bestatter, Liebenden und Missionare, die Säufer und Prasser und Spieler, all jene, die mit nichts als ein bisschen Hoffnung in der Tasche ihr altes Dasein für immer hinter sich ließen, manchmal gewannen, fast immer verloren. Eine Revue zum Rausch, in der die Liebenden und auch die längst vergessenen Toten, verscharrt in der Erde, ein letztes Mal reden dürfen, so wie auch das Gold, das bleibt, während die, die es suchten, vergingen; eine poetische Szenenfolge, ergänzt und gespiegelt von einer Originalmusik des Komponisten Sven-Ingo Koch. Die Regie führt Leonhard Koppelmann.

Jan Wagner lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Sein Lyrikband »Regentonnenvariationen« gewann 2015 als erster Gedichtband den Preis der Leipziger Buchmesse. Vorrangig als Lyriker tätig, brachte er 2017 mit »Der verschlossene Raum« seinen zweiten Band mit Essays heraus. Die Musik des Komponisten Sven-Ingo Koch wird regelmäßig von großen Orchestern und Ensembles, wie dem Ensemble Modern aufgeführt. Leonhard Koppelmann ist Hörspiel- und Theaterregisseur. 2016 führte er Regie bei der Hörspielfassung von Frank Witzels »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969«

Im Anschluss spricht Sabine Küchler, Leiterin der Hörspielabteilung beim Deutschlandfunk, mit Jan Wagner, Sven-Ingo Koch und Leonhard Koppelmann über die Entstehung des Stück und ihre gemeinsame Arbeit.

Ursendung: 15. Juli 2017 im Deutschlandfunk

In Kooperation mit dem Gallus Theater, dem Deutschlandfunk und dem SWR

Mit: Sonja Beißwenger, Mechthild Grossmann, Heikko Deutschmann, Jan Maak, Henning Nöhren, Yohanna Schwertfeger, Kalle Kalima (E-Gitarre) und Dirk Rothbrust (Percussion)
Regie: Leonhard Koppelmann
Foto: David Golyschny
Produktion: Dlf / SWR 2017

Karten: Voll 18,00 Euro
Karten: Erm. 12,00 Euro