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Warum das Kind in der Polenta kocht oder »spricht Gott fremde Sprachen?«

Ensemble 9. November

Premiere

Ensemle 9. November (E9N)

»Warum das Kind in der Polenta kocht oder »spricht Gott fremde Sprachen?««

Musiktheater nach dem Roman der rumänischen Autorin Aglaja Veteranyi (1999)

Donnerstag, 3.11.16 20.00 Eur 18/12
Freitag,    4.11.16 20.00 Eur 18/12
Samstag,    5.11.16 20.00 Eur 18/12
Sonntag,    6.11.16 18.00 Eur 18/12
Donnerstag, 17.11.16 20.00 Eur 18/12
Freitag,    18.11.16 20.00 Eur 18/12
Samstag,    19.11.16 20.00 Eur 18/12

In ihrem Roman schildert die Autorin, selbst Tochter eines Clowns und einer Artistin aus der Sicht des Kindes, die Geschichte der Familie, die aus dem diktatorischen Rumänien nach Afrika und Südamerika flieht, um dort in der Manege aufzutreten. Mit 15 Jahren reist die Protagonistin mit ihrer Familie in die Schweiz. Sie kann weder lesen noch schreiben, wird dennoch Schriftstellerin. Durch die sprachliche Buntheit ihrer Kindheitserfahrung entsteht in der Autorin ein hochexplosives Gemisch aus Sprachakrobatik und Sprachlosigkeit, Naivität und Wissen. Hier wird weniger Psychologie, als vielmehr ein Weltbild komponiert. In der akustisch, visuellen Sprache der Autorin 'kreischen Hühner international; und im Himmel werden Spezialabteilungen geschaffen für Artisten die fliegen können', während der Vater mit abstrusen Filmen zur Heiterkeit beiträgt. Die Autorin erzählt, ohne Sentimentalität, Geschichten aus Ihrer Erfahrungs- und Exilwelt wo Fremdheit und Unbehaustheit allgegenwärtig sind. »Denn bei aller Unbehaustheit, sind die Heimatlosen die frühesten Internationalen der Geschichte.«

Mit der Uraufführung des Stückes gastierte das Ensemble 9 November vor zwölf Jahren auf Einladung des Internationalen Theaterfestivals in Sibiu (Hermannstadt). 2016 fand eine Neubearbeitung des Stückes statt. In der Inszenierung verschmelzen Theater, Film, Live Musik, gespielt von drei 'famosen Darstellerinnen' (FAZ), vier vielseitigen Musikern (auf 14 Instrumenten), und neu dazu, einem begnadeten Tänzer. Fünf Kinder aus fünf verschiedenen Nationen zwischen 11 und 13 Jahren zaubern, sowohl in ihrer eigenen - als auch in der deutscher Sprache, fein choreographierte wunderbare kleine Szenen herbei - zusammen mit den Schauspielern und Musikern des E9N. Kinder werden nicht gekocht (nur im Märchen). Balkan Lieder, komponierte und improvisierte Musik, Akrobatik und Spiel auf einer multifunktionalen, farbigen Bühne erklären uns die Welt des Kindes und warum es in der Polenta kocht, oder auch nicht.

»gezeugt wurde ich in Krakau, geboren in Bukarest. Die Hände meiner Hebamme kamen aus Deutschland. Mein Blinddarm blieb in der Tschechoslowakei Meine Mandeln landeteten in Madrid. « (Aglaja Veteranyi). Der Roman erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.A. 'Die Ehrengabe des Kantons Zürich' den 'Adalbert Chamisso Förderpreis', sowie die Nominierung für den 'Ingeborg Bachmann- Preis'.

Zur Premiere schrieb Andrea Pollmeier in der FR: »Das Frankfurter Ensemble 9. November zeigt im Gallustheater 'Warum das Kind in der Polenta kocht'. Mit fein ausbalancierter, akrobatisch-poetischer Phantasie. Es gibt eine Art Humor, die es ermöglicht, menschlicher Not nah zu rücken, ohne voyeuristisch zu wirken. Wer so erzählt, kann wie beispielsweise Charlie Chaplin noch in Kreisen, wo schon Abstumpfung vorherrscht, Empathie wecken. Auf diese Weise hat jetzt das E9N im Gallustheater das Stück .. inszeniert....«

Darsteller: Hanna Linde, Katrin Schyns, Raija Siikavirta, Damaso Mendez
Musik: Jens Hunstein, Martin Lejeune, Clara Holzapfel, Timo Neumann
Kostüme: Margarete Berghoff
Bühne/Objekte: Dr. Wilfried Fiebig
Komposition und musikalische Leitung: M. Lejeune
Kinder: Hristo Dimitrov, Erjon Muco, Alara Ahmed, Kertina Gagar, Osato Goormans
Fotos: Sabine Lippert
Projektionen, Film: Sebastian Schnabel, Thomas Brenneis
Regie, Konzeption, Dramaturgie: Helen Körte

Karten: Voll 18,00 Euro
Karten: Erm. 12,00 Euro

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