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The Variety Show

Variety Show
Ausstellung

Sechs Positionen

»The Variety Show«

Carolyn Flood, Chris Shaw, Line Krom, Lisa Niederreiter, Max Holicki, Natasha Rees

Montag, 7.4.14 20.00 frei
Eröffnung

Schon lange würdigt die Galerie im Gallus Theater die enge Verbindung zwischen zeitgenössischer Kunst und Theater. Mit der Ausstellung »The Variety Show« stellen künstlerische Positionen aus Frankfurt und London Assoziationen zwischen den Techniken des Theaters und der bildenden Kunst her. Die Ausstellung, kuratiert von Aline von der Assen, bringt herausragende Arbeiten von Carolyn Flood, Chris Shaw, Line Krom, Lisa Niederreiter, Max Holicki und Natasha Rees zusammen. Ritual, Kulisse, Requisit und Magie - Elemente und Strategien des Theaters spiegeln sich in der bildenden Kunst.

Das Varieté (englisch The Variety Show) steht für bunte Vielfalt und Abwechslung auf der Bühne. Üblicherweise besteht das Programm des Varietés aus einer kleinen oder größeren Anzahl von Darbietungen, die zu einer gemeinsamen Veranstaltung zusammengefasst werden, ohne dabei einer konsekutiven oder dramatischen Organisation zu folgen. Dieser Struktur analog bildet jedes Kunstwerk von »The Variety Show« eine in sich geschlossene Einheit, gleichzeitig durch den thematischen Rahmen von Galerie und Bühne verbunden.

Die Installation ,The Final Curtain' von Carolyn Flood spiegelt das Motiv des Bühnenvorhangs. In langsamen, fließenden Gesten ahmt Flood die Materialität des Vorhangs nach. Bewusst vermeidet sie einen illusionistischen Tromp l'Oeil Effekt. Diese ästhetische Askese verstärkt das Provisorium des Vorhangs und das damit verbunde Motiv von Projektion und Erwartung. Chris Shaw hat eine Plastik der Künstlerin Katy Moran mit zahlreichen, übereinander aufgetragenen Schichten von Acrylharz kopiert. Die zerbrechlichen Farbschichten haben einen anderen Materialaspekt als das Original aus Bronze. Shaw stellt das Fragile und Provisorische der Imitation in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Line Krom zeigt Entwürfe für ,Tableau Vivantes' (lebendige Bilder), die im Stadtraum Gallus realisiert werden sollen. ,Lebendige Bilder', vermischen bildnerische und bildhauerische Positionen mit der ephemeren Aufführungspraxis des Theaters. Das Konzept lässt die Grenzen zwischen der Bühne des Alltags und dem Theaterraum verschmelzen. Die komplexe Installation von Lisa Niederreiter thematisiert den Akt des Sehens. Sie umfasst zahlreiche Miniaturbüsten, deren Augen entfernt wurden und die sie in Form von ,Prothesen' und Spiegeln zurück erhalten. Der Spiegel ist Mittel der Selbsterkenntnis und gleichzeitig auch der projektiven Verzerrung. Der illusionistische Raum der Bühne taucht in den animierten Zeichnungen von Max Holicki auf. Mit wenigen Strichen entstehen fantastische Wunderwelten. Es reihen sich Räume labyrinthartig aneinander, Innen- und Außensichten fließenzusammen: der Betrachter verliert den Überblick über seinen Standpunkt. Natasha Rees setzt sich in ihrer künstlerisch Arbeit mit Konzepten der Wiederholung und daraus resultierender Differenz auseinander. Sie kopiert, zitiert und fragmentiert. Für ihre Installation im Gallus Theater hat sie am brutalistischen Bau des Londoner National Theaters einen Eckvorsprung mithilfe der Frottagetechnik kopiert. Analog zu Requisiten der dramatischen Bühne befindet sich dieses architektonische Versatzstück nun im Galerieraum und spiegelt die Beziehung zwischen Innen- und Außenraum.

Die Ausstellung ist geöffnet Mo. - Fr. von 11.00 bis 18.00 Uhr und zu den Theaterveranstaltungen bis 18. Mai 2014