Gallus Theater Programm: Ferhat Bouda mit Frankfurt Objektiv: Feste

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Frankfurt Objektiv: Feste

Feste der Völker 
Ausstellung

Ferhat Bouda

»Frankfurt Objektiv: Feste«

Dienstag, 07.12.10 20.00 frei

»Frankfurt Objektiv« heißt eine Ausstellungsreihe, in der Fotografen, die in Frankfurt leben, sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Stadt beschäftigen.

Wir beginnen mit Ferhat Bouda. Er zeigt im Gallus Theater Schwarz-Weiß-Fotografien von Festlichkeiten und Veranstaltungen in Frankfurt. Ob Fastnacht, vietnamesisches Neujahrsfest oder Laternenumzüge - Bouda fängt lebendige Momente ein und das lässt das Auge tief in die Frankfurter Kultur - und Veranstaltungslandschaft, mit all ihren Facetten und Menschen unterschiedlicher Herkunft, eintauchen.

1976 geboren, wuchs er als Teil der kabylischen Minderheit im Nordosten Algeriens auf. Die Kabylei zählt, aufgrund der schwachen Wirtschaft und den schlecht zu bestellenden, steinigen Böden, zu den ärmsten Regionen und ist zugleich das bevölkerungsdichteste Gebiet Algeriens. Nach der Erlangung der politischen Selbständigkeit 1962 kam und kommt es immer wieder zu blutig niedergeschlagenen Demonstrationen und Spannungen zwischen den Kabylen, die sich mehrheitlich gegen den islamischen Fundamentalismus stellen, und der zentralistischen Regierung in Algier. Die Autonomieversprechen nach der Selbständigkeit wurden nicht eingelöst und nur mit jahrelangen Schulboykotten haben die Kabylen durchgesetzt, dass an manchen Schulen die kabylische Berbersprache unterrichtet wird. Aufgrund dieser Schulboykotte konnte Ferhat Bouda seine Abiturprüfung nicht ablegen und begann stattdessen sich politisch und kulturell zu engagieren. Wie viele andere vor ihm, entschied er sich im Jahre 2000 Algerien in Richtung Frankreich zu verlassen.

Durch Zufall gelangte er an eine Fotokamera und entdeckte seine Leidenschaft für die Fotografie. Von 2002 bis 2004 studierte er an der Pariser Schule für visuelle Kommunikation (EFET). Es folgte seine erste Ausstellung und der Umzug nach Frankfurt 2005, wo Ferhat Bouda seitdem lebt und als freier Fotograf arbeitet. Sein Interesse gilt vor allem sozialen Bewegungen, Randgruppen und Minderheiten. So waren bereits im Rahmen einer Gruppenausstellung seine Fotos vom Protest gegen den Flughafenausbau bei uns zu sehen. Ferhat Bouda ist inzwischen Mitglied des Frankfurter Presseclubs und hat einen Vertrag mit der Deutschen Presseagentur (dpa). Seit 2007 hat er für den jährlich erscheinenden Kalender des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten kulturelle und religiöse Feste in Frankfurt fotografiert.

Die Ausstellung ist geöffnet Mo. - Fr. von 14.00 bis 18.00 Uhr und zu den Theaterveranstaltungen bis 8. Januar 2011