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Simplicius Simplicissimus

Premiere

Ensemble 9. November (E9N)

»Simplicius Simplicissimus«

nach Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen, aus dem Deutschen des 17. Jh. von Reinhard Kaiser

Freitag,    08.10.10 -20:00 Eur 15/11
Samstag,    09.10.10 -20:00 Eur 15/11
Sonntag,    10.10.10 -20:00 Eur 15/11
Dienstag,   12.10.10 -20:00 Eur 15/11
Donnerstag, 14.10.10 -20:00 Eur 15/11
Freitag,    15.10.10 -20:00 Eur 15/11
Samstag,    16.10.10 -20:00 Eur 15/11
weitere Vorstellungen im November und Dezember, für alle von 6 - 96 Jahren (in den Vormittags- und Nachmittagsvorstellungen - Kinderversion)

Vom abenteuerlichen Leben des Findelkindes, Simplicius Simplicissimus, im Spessart des dreißigjährigen Krieges, erzählt das musik-theatralische Gesamtkunstwerk, inszeniert vom »Ensemble 9. November«. An die Stelle von Buchillustrationen, wie z.B. die vorzüglichen Stiche Jacques Callots zum dreißigjährigen Krieg, lassen der überwältigende Reichtum an Bildern, Live-Musik und komödiantischem Spiel, die barocke Fülle der Epoche vor allen unseren Sinnen auferstehen. Nicht zuletzt bildet diese, alle Künste und ihre Talente lebendig nahe bringende Inszenierung, eine echte Alternative zur digitalen Erlebniswelt.

Als roter Faden durchwirkt das abenteuerliche Leben des Simplicius in Stationen und Episoden das mit ihnen voranschreitende Spiel. Sein Lebensweg vom Hirten auf der Lichtung im Wald, zum Kalbs-Narren in der Schlossfestung zu Hanau, zum grünen Jäger von Soest, die fortwährende Neudefinition seines Selbst, als Teil einer zerrütteten kriegsmüden Gesellschaft und endlich als Einsiedler, lassen seinen draufgängerischen Lebensstil im historischen Kontext des Dreißigjährigen Kriegs fast mustergültig erscheinen. Von Erlebnis zu Erlebnis, nach dem Motto `Fortsetzung folgt´, zeichnet die Inszenierung markante Phasen im Leben des Helden und verweist dabei zugleich auf seinen, in Buchform nachlesbaren, ausführlicheren Lebensbericht. Der hierfür von der autobiographischen Erzählsprache in spielbare Handlungssprache umdramatisierte Text, entstammt der neuen, vom Eichborn Verlag herausgegebenen Fassung Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausens Schelmenroman `Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch´ in der Übersetzung aus dem Deutschen des 17.Jahrhunderts von Reinhard Kaiser.

Im Spiel wirken Musik, Spiel und bildende Kunst elementar zusammen. Die Selbständigkeit der einzelnen Künste wird dabei gewahrt, um den unterschiedlichen Talenten, dem kreativem Schreiben zum Beispiel, Produktionsräume zu eröffnen. Dies ist gewissermaßen die heimliche Botschaft des E9N an Generationen von Talenten, sich in Produktionen von Gesamtkunstwerken orchestral zusammen zu finden, einer Form künstlerischer Kopie des industriellen Gesamtarbeiters. Dabei entstehen auch Kooperationsanschlüsse mit Verlagen, Hochschulen, Museen und anderen. Es ist dies die grundsätzliche Absicht, sowie die durchgehende Praxis und Erfahrung des »Ensemble 9. November«.

»Das Frankfurter »Ensemble 9. November (E9N)«, geleitet von Helen Körte und Wilfried Fiebig, hat den Text in eine dramatische Fassung gebracht und führt diese im Gallus Theater »für Menschen von 6 bis 96 Jahren« auf. ... als gattungsübergreifendes Spiel für alle. Mit, wie bei dieser Truppe üblich, Tanz, Musik, Gesang. Und bildender Kunst. Es gibt wohl keine Gruppe in der freien Theaterszene Frankfurts, in der sie eine so entscheidende Rolle spielt wie bei diesem Ensemble. Das ist Fiebig zu verdanken, der nicht einfach ein Bühnenbild und Kostüme anfertigt, sondern komplexe bildhauerische Werke und eine spezifische Körperkunst, die sich im Wechselspiel von Formen sowie Materialien mit den menschlichen Bewegungen entfaltet.« (FNP)

»Das Ensemble 9. November leistet es sich, das Theater als eine »absolute« Kunst zu begreifen, die mit einer Fracht nicht zu belasten ist. Den Simplicissimus holt es herüber in eine Welt, die unsere auch nicht ist, sondern ein vor äußeren Einflüssen sorgfältig abgeschottetes Reich der Fantasie.« (FR)

»Schilde und Stangen, aber auch ein Kleid aus riesigen, durchscheinenden Buchseiten oder Pfauenfedern sowie eine Vielzahl anderer Utensilien bilden ein artifizielles Zwischenreich, das mit Verwandlungen, Funktionsänderungen, überraschenden Neuarrangements die Augen - wie die Deutungslust anregt.« (FAZ)

Regie und Dramaturgie: Wilfried Fiebig
Spielerische Interventionen: Helen Körte
Mit: Jens Böke, Simone Greiß, Ruth Klapperich, Claudio Vilardo
Gesang (Mezzo): Gabrielle Zimmermann
Musik (Akordeon): Claudia Hornbach
Musikalische Konzeption, Bühne/Objekte, Kostüme: Wilfried Fiebig
Fotos: W. Fiebig (Objekte), Sabine Lippert