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Fieber

Fieber

Frankfurt Premiere

Maxim Gorki Theater Berlin

»Fieber«

von Juliane Kann

Mittwoch, 13.10.10 20.00 Eur 15/11
Stückdauer 90 Minuten

Ein Stückauftrag im Rahmen des Projektes »Über Leben im Umbruch«.

Diese Stadt in der Prärie hat Fieber. Von allen guten Ärzten verlassen beschließt sie, sich selbst zu therapieren. Denn »Menschen bilden eine Stadt bildet Menschen bilden eine Stadt«: Es liegt an Ramon und Mimi, an Sabine und Jan, an Robert und Ricarda wohin die Fieberkurve der Stadt führt. Es liegt an der Stadt, ob die Menschen, die sie bilden, gehen oder bleiben. Im Innern der Stadt gerät etwas in Bewegung. Bewegung erzeugt Reibung, erzeugt Wärme, wo Fieber ist, wird gelebt. Die Stadt geht den Verletzungen nach und begegnet Krankheitsgeschichten, die Lebens- und Liebesgeschichten sind.

Die Autorin Juliane Kann verarbeitet in ihrem Text Ergebnisse der wissenschaftlichen Feldforschung und verbindet dieses Material mit frei erfundenen Geschichten und den Bildern eigener Erfahrung; Juliane Kann stammt selbst aus der Region, Wittenberge ist für sie ein Stück verloren gegangener Heimat.

Zur Uraufführung im Juni schrieb der Tagesspiegel: »..entfesseln Regisseurin Anna Bergmann und Bühnenbildnerin Natascha von Steiger pralles Theater, ziehen alle Register....Ernstes, Versonnenes wechselt in musikalisch Träumerisches hinüber, immer schneller werden Verwandlungen von Szene und Kostüm. Die sechs Darsteller sind mit großem Spaß dabei, bauen Figuren mit blitzgescheiter Ironie. Neunzig Minuten alles andere als alltägliches Theater, jubelnder Beifall.«

Welche Ressourcen Menschen zum Einsatz bringen, welche Strategien sie anwenden, welches Wissen sie abrufen oder neu erlernen, um den radikalen Umbruch einer Gesellschaft zu bewältigen - diesen Fragen ging ein interdisziplinärer Forschungsverbund über drei Jahre lang im brandenburgischen Wittenberge nach. Resultate dieser ungewöhnlichen Kooperation sind vor allem vier Theaterstücke, in denen erfahrbar wird, wie sich radikaler sozialer Wandel anfühlt. Eines davon wird nun im Rahmen des Jubiläumskongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Frankfurt gezeigt.

Der Abend wird eingeleitet durch ein kurzes Statement der Sozialwissenschaftlerin Anna Eckert über 'Die Stadt und das Stigma' und endet mit einem Publikumsgespräch in unserem Foyer mit Heinz Bude (Projektleiter 'Über Leben im Umbruch'), Ruth Reinecke (Schauspielerin) und Hans-Georg Soeffner (Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie).

Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Es spielen: Sina Kießling, Anne Müller, Ruth Reinecke; Wilhelm Eilers, Johann Jürgens, Raphael Käding
Regie: Anna Bergmann
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Claudia Gonzàles Espíndola
Musik: Heiko Schnurpel
Dramaturgie: Ludwig Haugk
Fotos: Thomas Aurin

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