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Tanz der Heuschrecken oder Die geheimen Gedanken der Manager

Ensemble 9. November

»Tanz der Heuschrecken oder Die geheimen Gedanken der Manager«

Eine musikalische Groteske in 10 Bildern

Donnerstag, 6.5.10 - 20:00 Eur 15/11
Freitag,    7.5.10 - 20:00 Eur 15/11
Samstag,    8.5.10 - 20:00 Eur 15/11

Der Roman »Marge brute (Rohgewinn, Rohertrag)«, des französischen Autors Laurent Quintreau, ist eine derbe Abrechnung mit der modernen kapitalistischen Hölle, ihren polierten Oberflächen und den darunter verborgenen, zerbrochenen Seelen. Ein bissig-amüsantes Debüt über das Innenleben der gegenwärtigen Businesswelt.

Der Roman liefert die Vorlage für die musikalische Groteske in 10 Bildern. Ein ins Absurde gesteigertes Vorstandstreffen bildet den Hintergrund dieser Abrechnung. Über allen Köpfen kreist bedrohlich das Damoklesschwert der Kündigung. Leicht angelehnt an Dantes Inferno (Göttliche Komödie) - Vorhölle, Fegefeuer, Paradies - werden in zehn inneren Monologen die Leiden der Teilnehmer nach außen gekehrt. Angst, Hoffnung, Rache, Verruchtheit werden von bösartigen Zuckungen der Charaktere in allerlei Varianten mit Verbalzwillen abgefeuert. Davon erfährt nur der Zuschauer, während dies alles zwischen den Teilnehmern des Meetings ein wohlgehütetes Geheimnis zu bleiben scheint.

Das Ensemble interpretiert den Romanstoff ebenfalls als eine Tragikomödie. Vor unserem geistigen Auge läuft das parodistische Psychogramm eines bis ins Letzte verinnerlichten Verkaufsdenkens: »Modern Times« oder »Der Untergang des Abendlandes beginnt im Konferenzraum«...wäre da nicht der Poet als rettender Anker! Das E9N vereint auch dieses Mal in seiner gesamtkünstlerischen Arbeitsweise Spiel, Musik, Gesang, Tanz und bildende Kunst zu einer alles umfassenden Bühnensprache. Die surreale Erhöhung bringt die Wahrheit zum Tanzen.

»Helen Körte hat den Roman ''Und morgen bin ich dran - Das Meeting'' des französischen Autors Laurent Quintreau ...zu einem Theaterstück verwandelt, das die geheimen Gedanken der Manager ausspricht: in Worten, Bildern, Farben, Skulpturen, Songs, Tanzfiguren, Film und Musik. So also wie es Körte in ihrem unverwechselbaren multimedialen Stil seit vielen Jahren macht...."Tanz der Heuschrecken" ist weit entfernt vom Agitationstheater, das zum Sprengen der Ketten aufruft. Die musikalische Groteske verbildlicht vielmehr die innere Hölle von Menschen-Insekten, die durch den Druck der Konkurrenzverhältnisse ihr Ich verloren haben.« (FAZ 23.3.10)

»Ein hübscher Tanz mit hervorragenden Schauspielern und exzellenten Songs am Abgrund, an dem sich das Verstricktsein in den vibrierenden Maschen der Regelkreise sowohl in den Menschen selbst als auch zwischen ihnen ausdrückt.« (FR 22.3.10)

»..hat das Ensemble 9. November Quintreaus Roman zu einer multimedialen Groteske verwoben, die in surrealistisch bis expressionistisch anmutenden Bildern und einem bunten Songpotpourri von Barock bis Pop die unterschwelligen Haltungen deutlich macht......die Lust, mit der alle spielen und singen, ist beeindruckend.« (FNP 20.3.10)

Mit: Jens Böke, Willi Forwick, Hanna Linde , Verena Specht-Ronique, Mirjam Tertilt, Claudio Vilardo
Inszenierung: Helen Körte
Musik, Komposition: Elvira Plenar, Martin Lejeune
Bühne: Wilfried Fiebig
Kostüme: Margarete Berghoff
Fotos: Sabine Lippert