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Too Wilde for Words

Premiere

Kevin Oakes Company

»Too Wilde for Words«

A tribute to Oscar Wilde

Mittwoch, 20.5.09 - 20:00 Eur 16/11
Freitag,  22.5.09 - 20:00 Eur 16/11
Samstag,  23.5.09 - 20:00 Eur 16/11
Sonntag,  24.5.09 - 20:00 Eur 16/11
Montag,   25.5.09 - 11:00 Eur 8
Vormittags nur mit Voranmeldung

Er wolle Dichter werden, verkündete der zwanzigjährige Oscar Wilde und noch dazu berühmt »und wenn schon nicht berühmt, dann zumindest berüchtigt«. Er wurde beides.

Sein schillerndes Leben und Werk präsentieren Kevin Oakes und Benjamin Spieler mit ihrem Pianisten Sascha Dürfeldt in einem dokumentarischen Schauspiel in englischer Sprache mit musikalischen Einlagen in zwei Akten. In dramaturgisch zusammengestellten Szenen zwischen Theater, Musik und Lesung mit Gedichten, Briefen und Essays spüren die Darsteller dem Paradox des Lebens und der Zwiespältigkeit des Charakters von Wilde nach. Um Wilde näher zu erfahren, werden seine immer noch aktuellen Ansichten über Gesellschaft und Kunst und seine obsessive Beziehung zu Lord Alfred Douglas geschildert. So kommen die Protagonisten zu einer Hommage an Oscar Wilde als spöttelnden Gesellschaftslöwen, als zynischen Kritiker und als um Liebe und Zuneigung flehenden Menschen.

Wilde betritt als Oscar Fingal O'Flahertie Wills Wilde 1854 in Dublin die Bühne des viktorianischen Lebens, dessen schillerndster, originellster und zugleich tragischster Akteur er wird. Schon in seiner Studentenzeit initiiert er die »Ästhetische Bewegung«, eine Art Kulturrevolution, deren Programm er selbst ist: eine imposante Erscheinung von brillantem Verstand und unwiderstehlichem Charme. Seine Scharfzüngigkeit und seine melancholische Augen begeistern die Damen der präraffaelitischen Londoner Gesellschaft und selbst hartgesottene Spießer läßt er nicht ungerührt. Als Dandy - mit seinen gepaspelten Samtanzügen, den Seidenstrümpfen und Schnallenschuhen - wird Wilde so berühmt wie später als der Dichter der »Salome« und des »Dorian Gray«.

Seine Homosexualität, die ihm vor allem die faszinierende Möglichkeit eröffnet, in der Gesellschaft zu leben und gleichzeitig im Widerspruch zu ihr, wird ihm später zum Verhängnis. Er verliert er sich, in zahllosen Liaisons und schließlich an den schönen jungen Lord Alfred »Bosie« Douglas, der ihn schließlich in einen Prozess hetzt, der sich gegen Wilde selbst wendet: Zwei Jahre Zuchthaus und Zwangsarbeit bringen ihn um Gesundheit und Lebenswillen. Verarmt und gedemütigt stirbt er am 3. Dezember 1900 nur sechsundvierzigjährig in Paris.

Mit: Kevin Oakes, Benjamin Spieler
Klavier: Sascha Dürfeldt
Regie: Jochen Nötzelmann