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Playing with Words

Internationales KlangKunst Festival

»Playing with Words«

Lautpoesie und Weltmusik - Stimme und Elektronik - Wort und Klang

Donnerstag, 21.5.09 19.00 Eur 14/10/7

Das Festival »Playing with Words« präsentiert sechs renommierte Künstler bei denen das gesprochene Wort im Zentrum ihrer Performance steht. Das Spektrum reicht von der Lautpoesie zur Weltmusik, von der Auseinandersetzung mit der indischen Rhythmussprache bis Spoken Word und zur elektronischen Manipulation von Sprache. Die Künstler sind durchweg Grenzgänger, die sich nicht nur zwischen den klassischen Genres Poesie, Musik, Kunst und Tanz bewegen.

»Playing with Words« ist auch der Titel einer in London erschienenen Anthologie, die der Frage nachgeht, welche Rolle die gesprochene Sprache bei Künstlern verschiedenster Genres und Kulturen spielt. Die von Cathy Lane und dem Londoner CRiSAP-Institut herausgegebene Anthologie versammelt über 40 der international interessantesten zeitgenössischen Komponisten und Künstler, die dafür Text/Klang-Kompositionen, Soundpoetry und elektro-akustische Kompositionen in Form von Text, Graphik, visueller Poesie, Fotographie und Interviews beigesteuert haben. Eine Kooperation von Kulturnetz Frankfurt e.V. und dem Londoner CRiSAP-Institut ermöglicht es nun, sechs Künstler dieser ungewöhnlichen Anthologie bei einem KlangKunst Festival im Gallus Theater Frankfurt zu präsentieren

Jaap Blonk (NL) ist Lautpoet, Mathematiker und JazzMusiker aus Holland, gilt mittlerweile als Star in der internationalen Klangkunstszene. Bekannt wurde er nicht zuletzt durch seine Version von Kurt Schwitters »Ursonate«, aber auch mit seiner Jazzband Splinks und der Elektro-Avant-Rock Gruppe »Braaxtaal«. Jaap Blonk ist ein Stimmwunder und hochenergetischer Performer, der in seinen expressiven Soloauftritten jedes Publikum in seinen Bann zieht. Seine Kompositionen sind mitunter mathematisch genau kalkuliert. Und doch wirkt Blonk, der seine Stimme auch mit Samplern vervielfältigt und mit Elektronik verfremdet, häufig wie ein skurriler Professor, dem in seinem Klanglabor einige Reagenzgläser überschäumen.

Ansuman Biswas (GB) wurde in Kalkutta, Indien geboren und lebt in London. Er hat in den Bereichen Literatur, Musik, Theater, Tanz und visuelle Kunst gearbeitet, war u.a. Percussionist für Courtney Pine, The Specials, Asian Dub Foundation, Talvin Singh, Björk, Oasis. Zahlreiche internationale Performance Projekte und Ausstellungen. So gelang es ihm, in einem russischen Raumfahrtszentrum bei Schwerelosigkeit auf einem Teppich zu fliegen. Spielerisch, improvisierend und mit reichlich anarchischem Humor lotet er die Grenzregionen und Grauzonen zwischen klassischer indischer Philosophie und moderner westlicher Wissenschaft aus.

Nye Parry (GB) ist ein britischer Komponist und Klangkünstler, der in den Bereichen Installation, Multimedia und zeitgenössischem Tanz zu Hause ist. Seine Klanginstallationen finden sich in zahlreichen Museen. Im Bereich der Musik arbeitet er sowohl mit klassischen Orchestern, als auch mit elektronisch manipulierten Klängen. Seine Arbeit mit einem Gamelan Orchester und Björk wurde auf MTV unplugged gezeigt. Er hat Musik für die Bedlam Dance Company, das Scottish Dance Theatre und viele andere Projekte geschrieben. Als Programmierer hat er u.a. eine Software für behinderte Musiker entwickelt. Parry ist Dozent für Klangkunst an der Middlesex University und der Guildhall School of Music and Drama in London.

Sianed Jones (GB) ist eine walisische Sängerin, Schauspielerin und Komponistin. Ihre Arbeit ist Genre- und Kulturenübergreifend. Jones kollaboriert mit Choreographen, Schriftstellern, Filmern und Performance Künstlern. Ihre Suche nach ungewöhnlichen Vokaltechniken hat sie nach Ägypten, Kenia, Tansania, Madagaskar, in die Mongolei und nach Kasachstan und Kirgisien geführt. Jones ist nach vielen Jahren des Reisens nach Wales zurückgekehrt, beschäftigt sich zurzeit intensiv mit walisischer Sprache und Kultur und bearbeitet das altwalisische »Buch von Taliesin«, als Performance/Videoinstallation. Ausserdem arbeitet sie an einem keltisch/asiatischen Fusionprojekt mit dem südindischen Percussionisten Divakar Subramaniam.Ihre Kompositionen und Gesangstechniken repräsentieren ihre kulturelle Neugier und mischen traditionelle walisische Elemente mit Klassik, Improvisation und Weltmusik, akustisch und elektronische Elemente, Samples und Beats.

Jörg Piringer (A) lebt in Wien. Er ist Komponist, Performancekünstler, Soundpoet, Programmierer und Mitglied des »Institute for Transacousitc Research«. Als Musiker des legendären »Wiener Gemüseorchesters« (zu deren Instrumentarium Lauchgeigen und Karottenflöten gehören) und als elektronischer Musiker und Soundpoet ist er international unterwegs. Seine Arbeit umfasst Radiokunst, visuelle elektronische Poesie, Klanginstallation, Performance, Videokunst, Computerspiele und die Auseinandersetzung mit interaktiven kollaborativen Systemen und Online Communities.

Dirk Hülstrunk (D) Autor, Soundpoet und Veranstalter aus Frankfurt. Seine Arbeit umfasst neben der Soundpoetry auch Erzählungen, Lyrik, Science Fiction, experimentelle Prosa und Poesie, Visuelle Poesie, Installation, Mail-Art, Essays. Kollaboration mit Rock- und Jazzmusikern (u.a. Gunter Hampel, Burkard Kunkel) und DJs. Jazz und Poetry Projekt »Soundslikepoetry« mit W. Smolinski - b u. Esther Maria Stumm - sax. Gründung einer Soundpoetry Gruppe mit dem Komponisten Robin Hoffmann, dem Dada-Kabarettisten H.J. Lenhart u. dem Lautpoeten Mitch Heinrich. Vorträge und Workshops v.a. für Jugendliche an Schulen und Universitäten. Veranstalter und Moderator des Poetry Slam Frankfurt und der Lesebühne »Wort und Klangbildstelle«. Internationale Touren in Osteuropa, USA, Skandinavien. Als Soundpoet lotet Hülstrunk spielerisch die Grenzen von Text und Klang, Stimme und Elektronik, Improvisation und Wiederholung aus.