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Jesus von Texas

Jesus von Texas

Deutschsprachige Erstaufführung

Theaterhaus Ensemble

»Jesus von Texas«

Groteskes Schauspiel mit Live-Musik nach dem Roman von DBC Pierre

Montag,   3.11.08 10.00 Eur 6
Montag,   3.11.08 19.00 Eur 12/9/6
Dienstag, 4.11.08 10.00 Eur 6
Mittwoch, 5.11.08 10.00 Eur 6
ab 16 Jahren, Schulen: 10.-13. Klasse
Vormittagsvorstellungen nur mit Voranmeldung, Dauer: 120 Min. inkl. Pause

»Ich bin ein Junge, dessen bester Freund sich ein Gewehr in den Mund gesteckt, sich sein Haar weggeblasen hat, dessen Klassenkameraden tot sind und der an allem die Schuld zugewiesen kriegt.«

Etwas Schreckliches ist geschehen in Martirio, der »Barbecuesaucen-Hauptstadt« von Texas: Jesus Navarro hat alle seine Mitschüler erschossen und danach sich selbst. Nur Vernon, sein bester Freund, hat den Amoklauf überlebt, weil er zufällig nicht in der Klasse war. Die ganze Stadt ist im Schockzustand. Wie konnte das passieren? Plötzlich richten sich der Zorn der Bevölkerung und die Sensationsgier der Medien auf Vernon, denn alle brauchen einen Sündenbock für die unfassbare Tat. Und so wird Vernon zum Spielball verschiedenster Interessen: Ein schmieriger TV-Journalist wittert das große Geschäft, das schönste Mädchen der Schule verrät ihn für eine Karriere beim Fernsehen und seine Mutter interessiert sich mehr für einen neuen Kühlschrank als für ihren Sohn. Vernon gerät in einen absurden Strudel der Ereignisse und er wehrt sich nicht, denn da ist etwas, was er geheim halten muss.

In einer Sprache, die zwischen Gosse und Poesie alle Höhen und Tiefen auslotet und in einer grotesken, überzeichneten Form erzählt »Jesus von Texas« die Geschichte eines Jungen, der als Einziger normal erscheint in einer Erwachsenenwelt, der alle Werte abhanden gekommen sind. Jeder Versuch Vernons, sich zu retten, führt ihn noch tiefer in die Misere: er wird unschuldig schuldig. Und die Zuschauer können nicht entkommen, sind Teil des Geschehens und entscheiden mit über Vernons Schicksal.

Tieftraurig und gleichzeitig schreiend komisch inszeniert Rob Vriens das Stück mit dem »Theaterhaus Ensemble« und einer Live-Band, die Hals über Kopf ins Geschehen hineingezogen wird. Lustvoll wird das »Living in America« ins Absurde verdeutlicht und man fragt sich: Wie weit sind wir entfernt von Martirio, Texas?

Bei aller Härte der Geschichte ist »Jesus von Texas« eine energiegeladene Show voller Musik und Spiel, in der letztlich das Lachen die Erlösung bringt, das befreiende Lachen der Erkenntnis.

»..es ist eine phantastische schauspielerische Leistung zu sehen, die fast alle Figuren schrill überzeichnet. Am Ende der knapp zweistündigen Achterbahnfahrt mit Musik...hat man einen ebenso unterhaltsamen wie anregenden Theaterabend erlebt« (Eva-Maria Magel, FAZ)

»Man darf diesen 'Jesus von Texas' nicht verpassen...,weil die Darsteller und ..die Band..unglaublich kreatives Theater abliefern, voller Spürsinn für groteske Komik und die Absurdität des Lebens und der sozialen Konventionen. Dank Lejeunes Trio wird das Ganze zu einem Zwitter zwischen Musical und modernem 'Singspiel', der den Strudel absurder Ereignisse mit angelsächsisch-holländischer Groteskomik mitreißend und höchst lustig umsetzt. Im Ergebnis hat das eine Färbung, als hätten sich Eugene O'Neill mit seiner Vorliebe für verborgene Mythen, Bernard-Marie Koltés und der junge Brecht mit seinem Bedrohungsgefühl des Helden im Dschungel der Städte zusammengeworfen, um von vorn anzufangen. Nicht Auslassen!« (Marcus Hladek, FNP)

»Holden Caulfield auf Ritalin« titelte die New York Times zu DBC Pierres Debütroman »Vernon God Little« (Jesus von Texas) der 2003 den renommierten Booker Prize gewann.

Spiel: Günther Henne, Michael Meyer, Uta Nawrath, Susanne Schyns
Regie: Rob Vriens
Bühne: Nanette Zimmermann
Komposition: Martin Lejeune
Live-Musik: Martin Lejeune, Peer Neumann, Timo Neumann
Text: Don Duyns nach DBC Pierre
Übersetzung: Eva Pieper

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