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Aus dem Leben einer Farbe

Wiederaufnahme

20 Jahre E9N

Ensemble 9. November

»Aus dem Leben einer Farbe«

Musiktheater, verweht von den 4 Farben eines Saxophonquartetts

Donnerstag, 21.8.08 - 20:00 Eur 15/11
Freitag,    22.8.08 - 20:00 Eur 15/11
Samstag,    23.8.08 - 20:00 Eur 15/11
Sonntag,    24.8.08 - 20:00 Eur 15/11
Mittwoch,   27.8.08 - 20:00 Eur 15/11
Donnerstag, 28.8.08 - 20:00 Eur 15/11

»Aus dem Leben einer Farbe« ist eine Farberzählung, ein Farbspiel unterwegs mit Klang-farben, eine Erlebnisreise der Farbe, von »schöner Kunst« zu »schöner Kunst«, wobei es nicht wenig zu denken gibt.

Denn Farbe sagt kein Wort, sie zeigt sich nur. Aber »was« sich da zeigt, muß sich doch sagen lassen, hat doch einen Namen. Aber wenn nun Farbe kein »Was« ist ? Was ist dann?

Es zeigt sich, daß der Schein seine »Leichtigkeit« verliert, sobald man über ihn nachdenkt.

Das E9N hat nachgedacht. Weil es aber nicht will, daß uns »hören« und »sehen« dabei verloren gehen, spielt es in einem Gesamtkunstwerk Schein und Scheinloses ineinander; läßt Farbe »leben«, macht sie erlebbar in Farben, komponierten Klängen, choreographierten Handlungen, nahegelegten Gedanken, erinnerten Erlebnissen, Erzählungen, und nicht zuletzt in den Mehrdeutigkeiten von Sprache selbst.

Aber, wie gesagt: Farbe spricht nicht, sie zeigt sich nur; so vermag sie weder die Wahrheit zu sagen noch zu lügen. Und was wird über sie gesagt?

Es wird erzählt, daß dort, wo Farbe als Regenbogen die Erde berührt, ein großer Schatz vergraben liegt. Doch Farbe ist haltlos wie das Lachen. Kein Wunder daher, daß bislang noch niemand den Schatz gefunden hat, daß Philosophie und Wissenschaft, anders als die Maler und Dichter, sich für Farbe nur wenig erwärmen können, ist sie doch unzuverlässig, ein »Aposteriori«.

Auf ihr, wie auf einer Bananenschale, rutscht aus, wer, wie Charlie Chaplin oder Goethe, unbeirrt und geradeaus ein klares, z.B. wissenschaftliches, Farbziel verfolgt. Immerhin ein 'slapstick'. Denn Farbe sagt kein Wort, sie zeigt sich nur.

Zur Premiere Ende Mai schrieb Stefan Michalzik in der OP: »Ein Kraftakt der neoavantgardistischen Art. Eine Kunstschau in bewegten Bildern...Der Künstler schafft mit seinen Objekten fortwährend neue Raumsituationen für ein burlesk-expressionistisches Spektakel, in das einige von Helen Körte inszenierte Varietészenen implantiert sind. Die Tonspur, von Mezzosopranistin Gabriele Zimmermann besetzt, changiert nuancenfreudig zwischen barock durchwirktem Minimalismus, zackigem Jazzgroove und skelettiertem Rap. Drall bis an den Rand der Überladung; vertraut und jedesmal aufs Neue ein Unikat: So gelingt dem Ensemble produktive Variabilität im Kontinuum!«

»Farbig sind die Kostüme der beiden Schauspieler Raija Siikavirta und Christian Lehmann-Carrasco, die manchmal wie Kobolde durchs Theater tanzen. Bunt wie Pfauenschwänze sind die Installationen, in die Fiebig wie immer all seinen Ehrgeiz gelegt hat. Schillernd in allen Lichtschattierungen sind die Gedichte und poetischen Sätze, welche die Schauspieler von sich geben. In ihrer Summe fügen sie sich zu einer handlungslosen, poetisch-fragilen Komposition..Bastian Fiebig hat eine hinreißende Musik komponiert.. Farben können sprechen, aber sie können keine Worte sagen. das ist das Manko dieses Theaterstücks, das ein kleines Gesamtkunstwerk darstellt, weil es bildende Kunst, Tanz, Musik, Sprechen und darstellendes Spiel zusammenfügt.« (FAZ 4.6.08)

»Es wird etwas geboten für Auge, Ohr und immer auch für die Neugierde...Ein Theaterkönigreich, drall und prall, farbig und reich, übermütig und oft auch schwermütig. Eine Frankfurter Besonderheit.« (FAZ, 27.3.08, Hans Riebsamen zum 20jährigen Bestehen des E9N)

Schauspieler/Innen: Raija Siikavirta, Christian Lehmann-Carrasco
Musiker/Innen'Vierfarben-Saxophon': Jürgen Faas (Bariton), Bastian Fiebig (Alt), Susanne Riedl (Tenor), Stefan Weilmünster (Sopran)
Special Guest: Max Dreier (Violine)
Gesang: Gabriele Zimmermann (Mezzospran)
Varietespiel: Helen Körte
Bühne, Objekte, Kostüme: Wilfried Fiebig
Komposition: Bastian Fiebig
Regie: Wilfried Fiebig