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Nach Moskau, Teufel noch Eins!

Neuaufnahme

Ensemble 9. November

»Nach Moskau, Teufel noch Eins!«

Ein musiktheatralischer Aufbruch frei nach Motiven aus »Der Meister und Margarita« von Michail Bulgakow

Freitag,    4.4.08 - 20:00 Eur 15/11
Samstag,    5.4.08 - 20:00 Eur 15/11
Sonntag,    6.4.08 - 20:00 Eur 15/11
Mittwoch,   9.4.08 - 20:00 Eur 15/11
Donnerstag, 10.4.08 - 20:00 15/11

In diesem Jahr feiert das Ensemble 9. November sein 20jähriges Jubiläum. Aus diesem Grund haben sie zwei ihrer erfolgreichen Stücke neu aufgenommen und werden sie und eine weitere Neuproduktion verteilt über das Jahr hin bei uns zeigen .

Unglaubliche Dinge geschehen im Moskau der dreißiger Jahre. Der Teufel selbst ist es, der den Auftakt zu phantastischen Ereignissen gibt. Begleitet von einem langen Kerl und einem Kater stürzt er Moskau in ein Chaos aus Hypnose, Spuk und Zerstörung - die Heimsuchung für Heuchelei und Korruption. Aber die unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem Meister und Margarita kann vielleicht noch ein gutes Ende finden....

Fabel, Legende, Phantasie und Groteske verbinden sich in dieser musikalischen Dramatisierung.

Dieser phantastische Roman, aufs Wesentliche verkürzt und verdichtet, liefert den Anlaß und Ausgangsstoff für seine Auslegung und Interpretation durch eine eigens dazu komponierte Musik, für durchchoreographierte Sprache und Spiel, für Tanz und Bildende Kunst. Mit dieser komponierenden Arbeitsweise orientiert sich das Ensemble 9. November an der Idee des Gesamtkunstwerks.

Vielschichtig die vertikale Objektbühne, in deren Untergrund, Parterre und einer ersten, schwebenden Etage sich das phantasiebewegte Spiel präsentiert. Assoziationen von Eispalast, Versaille, Kanalisation, Grandhotel, Mietshaus, Irrenhaus wechseln sich ab. Die Bühne ist ein weißer Kubus, zerteilt durch ein verspieltes Kreuz (siehe: Kasimir Malewitsch, 1917)

Die zu Collagen geronnenen Kostüme unterstützen die starke Visualität des Spiels. Sein Wirken besteht darin, Themenschwerpunkten des Romans in einem Band aus bewegten Bildern zum Leben verhelfen. So sehen wir eine Rap-Arie für Wohnungssuchende, das Moskauer Literaten-Menü als Spitzentanz, einen walzenden Satansball, ein Schachspiel, Zug um Zug und Sprung, die Jagd auf einen Devisnik in den Schächten der Stadt.

Michail Bulgakow wurde am 15. Mai 1891 in Kiew geboren und starb am 10. März in Moskau. Nach einem Medizinstudium arbeitete er zunächst als Landarzt, zog aber dann nach Moskau, um sich ganz der Literatur zu widmen. Er gilt als einer der größten russischen Satiriker und hatte zeitlebens unter der stalinistischen Zensur zu leiden, seine zahlreichen Dramen durften nicht aufgeführt werden, seine bedeutendsten Prosawerke konnten erst nach seinem Tod veröffentlicht werden.

»Das E9N bedient die ganze Palette der Bühnenkunst« (Journal Frankfurt)

»Fürwahr eine prächtige, üppige Inszenierung, eine Orgie für alle, die im Theater etwas sehen und hören wollen.« (Frankfurter Rundschau, Jutta Baier)

Inszenierung: Helen Körte
Darsteller: Christian Lehmann-Carrasco, Katrin Schyns, Susanne Schyns, Raija Siikavirta
Musiker: Johannes Braun (Violine), Uwe Kremp (Klavier, Gitarre), Monica Ries (Mezzosopran)
Bühne, Ausstattung, Kostüme: Wilfried Fiebig