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fleXBibel

Am Angang, Scivarographie

Moni Jahn

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Scivarographie

Montag, 7.4.08 - 20:00 frei

Im April zeigen wir in der Reihe "KunstFoyer" Arbeiten der Bildhauerin Moni Jahn. 1960 in Frankfurt am Main geboren, studierte sie Kunst und Theologie ganz im goEthischen Sinne einer "Faustin". Ihre Scivarographien zeigen zunächst auf vier Tafeln die "Zehn Gebote" in Hebräisch, werden dann aber 'weitergeschrieben' und durch weitere hinzugefügte Schrifttafeln ergänzt. Schrifttafeln werden zu Zeugen fortgeschriebener Lebensweisungen. In diesen Texten entstehen neue, verborgene Botschaften. Das Geschriebene auf Schultafeln wird nach der Unterrichtsstunde weggewischt. Bei Moni Jahn sind die Worte eingeritzt, eingemeißelt für die Ewigkeit, als Vertiefungen be greifbar - man kann sie, im wahrsten Sinne des Wortes er-fassen. Die Inhalte sind Momentaufnahmen des Lebens, festgehaltene Augenblicke, sie haben Bestand. Sie wenden sich gegen die Flüchtigkeit des dahin gesprochenen Wortes, gegen die Television der Flimmerwelt. Sie sind Lebensweisung, Lebensweisheit, erfahrenes Leben, gesammelte Fakten und Kommunikation, festgeschrieben in Schiefer. Die frühesten bildhauerischen Werke sind Steinmale, Zeichen der Gemeinschaft, sie sind Lebenshilfe, Wegbezeichnungen. Nach ihnen schlägt man seinen Weg ein! Risse, Kerben, Verletzungen, Löcher, all das begegnet einem im Leben, markiert den Lebens- und Leidensweg der Menschheit. Die Scivarographien von Moni Jahn sind Stein-Wundmale unserer Zeit. Andere sammeln Plastiktüten, Moni Jahn sammelt Weisheiten und Lebenserfahrungen und vertieft sie in der fleXBibel der gesamten Menschheit. So gehört auch ihre Performance "Es beginnt bevor es anfängt" genau so zu ihrem Leben wie die Bildhauerei und die Theologie. Die Bibel ist flexibel, da mehrere Ausführungen existieren, denn auch sie wird immer weitergeschrieben. Die nicht fassbare Größe "X" steht für die Entwicklung der Menschen in vielen Ländern und Völkern, steht für die gesamte Schöpfung G''ttes. Frei nach Paulus ist alles Menschliche Stückwerk und dies passt zum Material "Schiefer", denn das Wort bedeutet übersetzt: Stückwerk, Steinsplitter. Vielleicht emp-finden wir in den Texten den Splitter in unserem eigenen Auge, an-erkennen und entfernen müssen wir ihn dann selbst! Im Mittelpunkt des "KunstFoyers" werden die Tafeln mit den Zehn Geboten gezeigt. Ergänzt werden diese von neuen Schrifttafeln mit weiteren Weisungen, Lebenserfahrungen und Weisheiten aus verschiedenen Jahrhunderten, die Menschen auch heute noch be-treffen.

Die Ausstellung ist geöffnet vom 8.4. bis 3.5.08 Montag bis Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr und zu den Theaterveranstaltungen.