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Die Architektur von Eros und dem Pöbel

Oliver Tüchsen
Ausstellung

Oliver Tüchsen

»Die Architektur von Eros und dem Pöbel«

Architekturzeichnungen

Montag, 7.1.08 20.00 frei

In der fünften Ausstellung Frankfurter Künstler mit dem Kulturamt Frankfurt in unserem »Kunst Foyer« zeigen wir Architekturzeichnungen von Oliver Tüchsen.

Architektonische Elemente seiner konstruktiven Architekturzeichnungen stehen als Methaphern für menschliche Empfindung, Lebenseinstellung und -haltung. Sporadisch finden sich Mensch und Tier in diesem Konstrukt, das auch als solches empfunden wird. So stockt der Blick beim Ansehen einer gewöhnlichen Außenfassade, wenn er des dort schwungvoll eingearbeiteten Gerippes als Teil einer Konstruktion gewahr wird, die in den Himmel trägt. Wut über die Welt, über das Unvermögen des Selbst und das der Anderen wird hier visualisiert, sucht Deckmäntel und Beschwichtigungen zu entreißen. Warum trauern wir beim Abschiednehmen? Nicht auch über unsere Versäumnisse, über unser Unvermögen oder gar unsere Schuld dem ehemals Mit-Lebenden gegenüber?

Treppenstrukturen und Leitern sind Metaphern divergierender Lebensformen und der differenzierten religiösen Wahrheiten. Eine jede für sich, zunächst isoliert im Raum, haben sie die Möglichkeit in der Zeichnung zusammenzuwachsen. Der »Abstieg nach oben« ist denkbar, sowie Macht und Erfolg denkwürdig erscheinen, jedenfalls stehen sie keinesfalls als Garanten für einen Platz im Himmel, noch nicht einmal auf Erden.

Ordnung und Chaos bilden DIE Einheit. Tüchsens Konstruktionen nehmen Raum-Stationen im All vorweg. Treppen, als religiöse Verbindungselemente, verteidigen hier den Raum und schweben dort frei. Sie kippen, perspektieren, schaffen die Verbindung zum Betrachter und ziehen ihn in den Raum.

Alte tradierte Kopf"steinpflaster werden gegen moderne Verbund"steinpflaster eingetauscht. Tüchsen inszeniert sich menschlich, körperlich und geistig inmitten klarer kalter Linien, ohne farblich belegte Flächen. Seine Flächen bilden Stufen. Sie geben auch den Zusammenhang der Perspektiven: Menschlich wie räumlich. Der Mensch stützt sich an den Stufen ab.

1971 in Porto, Portugal, geboren, studiert Oliver Tüchsen seit 1997 an der Städelschule in Frankfurt, mittlerweile als Meisterschüler von Hermann Nitsch.

Die Ausstellung ist geöffnet vom 8.1. bis 2.2.08 Montag bis Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr und zu den Theaterveranstaltungen.