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Epitaph

Erinnern / Trauer / Neuanfang

Seltmann/Franzmann (Entire3)

»Epitaph«

Literaturmusikvideo

Dienstag, 8.5.07 - 20.00 Eur 10/7

»Erinnerung ist gut, weil sie das Maß des Erkennbaren vergrößert. Aber es ist besonders zu achten darauf, dass sie nie das Furchtbare ausschließt. Sie mag es anders fassen, als es in seiner schrecklichen Gegenwart erschien, anders, aber nicht weniger grausam, nicht erträglicher, nicht weniger sinnlos, schneidend, bitter, und nicht zufrieden, weil es vorüber ist, nichts ist je vorüber. Der eigentliche Wert der Erinnerung besteht in dieser Einsicht, dass nichts vorüber ist.« (Elias Canetti)

Am 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes, zeigen wir die Produktion »Epitaph«, welche die Verarbeitung der Traumata des Holocaust zum Thema hat. Als Spielstätte in der ehemaligen KZ-Außenstelle Adlerwerke empfinden wir die ständige Auseinandersetzung und Trauerarbeit bezüglich der auch in diesem Gebäude begangenen Gräueltaten als eine unserer besonderen Aufgaben.

In dem Projekt Literaturmusikvideo »Epitaph» finden sich drei von einander unabhängig entstandene und jeweils auch eigenständig funktionierende Produkte zusammen, Musik, Video und literarische Vorlage, bestehend aus dem siebten Kapitel des bisher noch unveröffentlichten Romans »Stadt des Hieronymos«, die in deutscher und englischer Fassung vorliegt.

Zwischen Musik, Text und Video ergeben sich im Gesamtwerk Wechselwirkungen und Bezüge, ohne einen homogenen Eindruck entstehen zu lassen. Im Gegenteil: Gerade die Divergenz, das Disparate geraten zu einem ungewöhnlichen Ausdrucksmittel. Die so entstehende Vielschichtigkeit führt zu Verdichtungen, Verfremdungen und ungekannten Perspektiven.

Der Chor 'Entrüstet Euch' eröffnet den Abend und nimmt mit bissigen Texten, starken Stimmen und interessanten Chorsätzen den Zeitgeist aufs Korn. Er singt variantenreich gegen aktuelle gesellschaftliche Missstände an.

Text: Adelheid Seltmann
Sprecher: Peter Heusch
Englische Übersetzung: Gerald von Brandenstein
Englischer Sprecher: Paul F. Cowlan
Musik: CD Heroin
Musikdesign: Stephan Mathieu
Video: Jörg Franzmann
Konzept: Adelheid Seltmann, Jörg Franzmann
Chor: Chor Entrüstet Euch
Chorleitung: Harald Hoffmann