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Die Obdachlosigkeit der Fische

Raija Siikavirta Damaso Mendez, Raija Siikavirta

Ensemble 9. November

»Die Obdachlosigkeit der Fische«

frei nach dem Hörspiel von WILHELM GENAZINO - eine musiktheatralische Stadtballade in zehn Bildern

Mittwoch,   11.10.06 20.00 Eur 13/10
Donnerstag, 12.10.06 20.00 Eur 13/10
Freitag,    13.10.06 20.00 Eur 13/10
Samstag,    14.10.06 20.00 Eur 13/10

Wilhelm Genazino, literarischer Stadtflaneur aus Frankfurt am Main und Georg-Büchner-Preisträger 2004, ist ein Meister der Skurrilität. Das Ensemble 9. November hat sein Hörspiel »Die Obdachlosigkeit der Fische« frei für das Theater dramatisiert. Genazinos schelmische Annäherung an die Alltäglichkeit wird dabei in immer neue sinnliche Bilder der Verwandlung übersetzt. Gilt die Sehnsucht seiner Verwandlungen dem Tier im Menschen oder dem Menschen im Tier?

Ein Flaneur erlebt auf seinem Weg durch die Stadt kleine überraschende metaphorische Fantastereien und Vexierspiele, häufig gespickt mit tierischen Verwandlungen seines Selbst und seiner Umwelt. Erzählt wird von Liebe, Geld, Fischen, städtischen Landschaften und sonstigen ironischen Alltagsdelikatessen. Mannigfaltige Exerzitien, u.a. der romantischen, der prosaischen, der philosophischen Liebe, und bitter-zarte Atemzüge des Lebens geben sich ihr "Stelldichein", jeweils in ganz eigener Gestalt.

So trifft in der vorletzten von 10 Stationen dieser Stadtballade die menschliche Menge auf den arbeitslosen Kindertrompetenverkäufer, zieht an ihm die nüchterne Bilanz des alltäglichen Auflösungsprozesses, der sich umwandelt in eine kollektive Meeressehnsucht nach der unendlichen Weite, in die Sehnsucht nach der Freiheit der Fische, die, schicksalhaft im letzten Hafen angekommen und in einer Holzkiste verpackt, nun nicht länger obdachlos sind.

Auf verschiedensten Ebenen des theatralischen Ausdrucks folgt die Inszenierung der Idee des Gesamtkunstwerkes mit eigens komponierter Live-Musik gespielt auf zahllosen Instrumenten, jazzigen Gesängen mit klassischen Elementen, ausdrucksstarken Choreographien voller Poesie, für das Stück geschaffenen Kunstobjekten und parallel laufenden Projektionen. In zehn Bildern agieren unter der Regie von Helen Körte vier SchauspielerInnen, ein Hip-Hop Tänzer und 3 Musiker in einer eindrucksvoll ausgestatteten Inszenierung.

Zur Premiere schrieb die Presse:

»...eine unverwechselbare Körte-Erfindung - und der Beweis dafür, dass ein Tischfeuerwerk manchmal phantastischere Leuchtbilder ausschleudern kann, als das Raketengeschwader einer Großbühne.« (FAZ)

»Ein solches Bild- und Maskentheater passt in der Tat ausgezeichnet in die mitteleuropäische Theatertradition. ... So etwas darf man sich nicht entgehen lassen...« (FR)

» Verspielt-verspiegelte Spinnereien - erlebenswert!« (FNP)

Mit: Raija Siikavirta, Katrin Schyns, Cristian Lehmann-Carrasco, Fernando Fernandez
Special Guest: Damaso Mendez (Hip-Hop-Tänzer)
Musik: Timo Neumann, Jens Hunstein, Martin Lejeune
Komposition u. musikal. Leitung: Martin Lejeune
Bühne, Objekte: Wilfried Fiebig
Kostüme: Margarete Berghoff
Inszenierung: Helen Körte

Katrin Schyns, Cristian Lehmann-Carrasco,  Fernando Fernandez Fernando Fernandez, Cristian Lehmann-Carrasco, Katrin Schyns Katrin Schyns,  Fernando Fernandez, Raija Siikavirta