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Winterreise

Christoph von Weitzel

Christoph von Weitzel

»Winterreise«

von Franz Schubert und Wilhelm Müller

Dienstag, 27.6.06 - 14:00 (freiwilliger Beitrag)

Als Ein-Mann-Oper inszeniert, werden hier die unterschiedlichsten Stationen des an der Welt und an seiner Einsamkeit Verzweifelnden und die Sehnsucht, alles mit Liebe zu überwinden, aufgezeigt.

Der Bariton Christoph von Weitzel erinnert mit seiner szenischen Version von Franz Schuberts fatalistischem Liederzyklus 'Winterreise' an diejenigen, von denen dieses Werk handelt: Die Liebenden, die Einsamen, die Verlassenen, die Ausgegrenzten, die Leidenden, die Frierenden, die Vergessenen, die Sterbenden.

»Es ist mir ein großes Anliegen, die Kunst nicht nur um ihrer selbst Willen, sondern auch als Instrument zur Anregung von Bewußtseinsprozessen und gesellschaftlichen Veränderungen wirken zu lassen. Daher stelle ich diese Produktion in den Dienst derer, die am Rande unserer Gesellschaft mit am härtesten von den Auswirkungen der Realitäten betroffen sind und möchte dadurch Kunst und soziales Leben modellhaft miteinander verbinden.« (Christoph Weitzel)

In Verbindung mit dem Franziskustreff Frankfurt um Bruder Wendelin, der Caritas und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe (BagW) wird diese Konzeption nun in Frankfurt erstmals beispielgebend vorgestellt. Im Anschluss an die Aufführung berichtet Bruder Wendelin über die Situation der Obdach- und Heimatlosen und steht zusammen mit dem Künstler Rede und Antwort zu diesem wichtigen gesellschaftlichen Thema.

»Weitzel tritt im Outfit eines modernen Unbehausten auf. Eine Figur, der wir jeden Tag auf den Straßen unserer Städte begegnen. ... Plötzlich spürt man wieder die Verstörung in den Liedern, die psychischen Bedrängungen und Gefährdungen, die heutzutage nicht nur Künstlern, mehr noch, allen Menschen drohen, die sich in einer zunehmend brutaler werdenden Welt nicht mehr zurecht zu finden vermögen. ... Weitzel, und das macht die Qualität seiner Interpretation aus, drängt sich nie vor die Lieder, sondern lenkt unmerklich von seiner Person ab auf die Inhalte hin, deren Aktualität oft brennend erfahren wird.« (Gerhard Rohde, FAZ)

Mit: Christoph von Weitzel (Bariton)
Klavier: Gerold Huber
Regie: Hugo Scholter