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Krieger

Christine Gocht

Premiere

Günes Theater

»Krieger«

Ein Verdrängungsspiel

Donnerstag, 13.10.05 20:00 Eur 12/9
Freitag,    14.10.05 20:00 Eur 12/9
Samstag,    15.10.05 20:00 Eur 12/9

Vier Mitglieder einer Spezialeinheit aus drei Ländern, die unterschiedliche Sprachen (deutsch, englisch und türkisch) sprechen, haben im Kriegseinsatz den Kontakt zu ihrer Basis verloren. Sie befinden sich an einem isolierten Ort in einem leeren Land.

Der Captain der Gruppe liegt leblos am Boden, von Mary gepflegt und bemuttert. George versucht das Funkgerät zu reparieren. Atakan sammelt und hortet Utensilien.

Wie geht es weiter? Was ist mit ihrem Auftrag? Gelten die Befehle und Richtlinien des Offiziers noch? Die Ressourcen sind endlich. Ist es besser, nichts zu tun und auf Rettung zu hoffen oder auszubrechen und Rettung zu suchen?

Die Antwort suchen sie im Spiel. Kindliche und gesellschaftliche Spiele um Anerkennung, Macht und Einfluss dienen als Vorlage. Die Realität wird mehr und mehr verdrängt und erscheint als Spiel mit Reset-Knopf, als kitzliges Experiment mit dem Game-Over. Obwohl die Videoeinspielungen immer deutlicher werden, mutieren die Akteure zu clownesken Figuren, gefangen in ihrer Angst, ihrer Eitelkeit, ihrem Egoismus.

Das seit 1991 bestehende Günes Theater versteht sich als transnationales Kollektiv und entwickelt seine Stücke mit den Schauspielern aus der Probenarbeit heraus. In ihrer düsteren Parabel stellen sie das Spiel als mächtige gesellschaftsbildende Kraft dar, die disfunktional und abgehoben die Realitätsflucht antreibt. Augenzwinkernde Seitenhiebe auf kulturelle Stereotypen und Klischees bleiben nicht aus, haarsträubende Absurditäten werden genüsslich zelebriert.

Das Günes Theater, das sich in Frankfurt etabliert hat, zeigte 2002 bei uns sein viel-beachtetes Stück »Das Testament« über Leben und Werk des anatolischen Literaten Nazim Hikmet. Immer wieder gehen sie mit ihren Produktionen auf Tourneen.

Mit: Cüneyt Sezer, Christine Gocht, Kemal Dincer, Müjdat Albak
Konzept, Bühne: Frank Reineke
Lichttechnik: Meryem Dogan
Inszenierung: Tülay Yongaci, Müjdat Albak

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