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Und weil der Mensch ...

DGB-Chor Frankfurt

»Und weil der Mensch ...«

ein musikalisch-szenisches Programm in kalten und in heißen Zeiten

Sonntag, 3.7.05 19:00 Eur 10/7

Gewerkschafter präsentieren sich temperamentvoll, romantisch und natürlich politisch engagiert: »Und weil der Mensch ...« nicht einem Schema entspricht, singt der DGB-Chor Lieder von denen, die aus der Norm fallen. Sie werden schnell als Außenseiter abgestempelt, sei es, dass sie als Hexen gebrandmarkt oder als Zigeuner beschimpft und ausgestoßen werden. In romantischer Verklärung werden sie zu Gegenbildern der bürgerlich eingeengten Existenz: »Drei Zigeuner fand ich einmal...«. Dies hindert Bürger aber nicht, sie auszugrenzen. Und nach dieser Ausgrenzung kommt die Verfolgung: von den Hexenverbrennungen über Zwangsadoptionen von Sinti- und Roma-Kindern bis zur Deportation in Konzentrationslager.

»Und weil der Mensch ...« Arbeit braucht, sinnvolle Arbeit, singt der DGB-Chor auch Lieder von Ausbeutern und Ausgebeuteten. Der Mensch will geschätzt werden für das, was er leistet. Aber der arbeitenden Mensch wird zum Bestandteil einer Maschinerie. Häufig sind Vermarktung und Gewinn die Leitbilder, Liebe und Freundschaft haben sich unterzuordnen. Fällt der Mensch aus diesem Prozess heraus, gerät er schnell ins gesellschaftliche Abseits. Die Ich-AG wird gepriesen, Solidarität als Leitbild scheint verbraucht.

Was der DGB-Chor inszeniert, ist keine Hitparade, sondern eine provozierende Mischung aus Spott, Ironie, bitterem Ernst und sinnlicher Romantik. Von Schumanns Zigeunerleben über Brechts Einheitsfrontlied bis zu Orlando di Lassos Bonjour mon coeur wird vorgeführt, dass lustvolles Singen und politisches Engagement kein Widerspruch ist.

Musikalische Leitung: Martin Höllenriegel
Szenische Arbeit: Hilde Brand
Schauspiel: Ingeborg Lucia Schmidt, Peggy Theuer, Wolfgang Rathke
Klavier: Carsten Rupp