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Unter dem Milchwald

Milchwald

Theatercompagnie Tagträumer

»Unter dem Milchwald«

nach Dylan Thomas

Mittwoch,   6.4.05 20:00 Eur 13/10
Donnerstag, 7.4.05 20:00 Eur 13/10
Freitag,    8.4.05 20:00 Eur 13/10

Mit »Under Milk Wood« gelang Dylan eine poetische Stimmenfuge, die Alltag und Träume der Bewohner von Llareggub, eines walisischen Küstenstädtchens, voll Ironie und Anteilnahme zu einem Panorama menschlichen Lebens in einem Tagesablauf bündelt. Darin verschlingen sich die Stimmen Toter wie Lebender, Ertrunkener und Liebender, Sehnsüchtiger und bösartigen Klatsch Verbreitender.

Es sind verworrene Träume: der blinde Kapitän Cat fantasiert von Ertrunkenen; Mog Edwards, ein liebestoller Tuchhändler, träumt von Myfanwy Price, Damenschneidererin und Inhaberin eines Schokoladenladens. Polly Carter träumt von Babies, Boyo Nichtsnutz von gar nichts, Lord Kristallglas von Uhren und Mary Ann Seefahrer fantasiert keusch-lüsternd von der Flucht in den Garten Eden. Ein geschäftiger Morgen beginnt: Polly Carter gibt im Garten ihrem Baby die Brust. Nasen sind geputzt, Nissen gesucht, Haare gekämmt, Pfoten geschrubbt, Ohren gefeigt und Kinder weggekreischt in die Schule. Es wird Mittag... und in der Dämmerung schließlich füllt sich die Luft mit Liedern und Liebe, mit Sphärenmusik, mit dem Frühlingsstimmen-walzer. Die Bewohner nehmen ihre Schrullen, schwülen Sehnsüchte und Obsessionen mit in den Abend. Mit einem Mal ist es Nacht. »Die finstere Stadt ist ein Hügel von Lichtern, und von den windgeschlagenen Wellen herauf rufen die Lichter der Lampen in den Fenstern den Tag zurück und die Toten, die hinausgefahren sind zur See.« Und der Milchwald, in dem geliebt, gesündigt und musiziert wird, ist für den einen ein von Gott erbauter Garten, für die anderen das wollüstige Bethaus voller Brautbetten. Die Liebe, der Tod und das Meer, das sind die Elemente, um die sich alles dreht.

»Unter dem Milchwald« wurde als »Spiel für Stimmen« am 25.4.1954 von der BBC erstmals ausgestrahlt. Im selben Jahr erhielt Dylan Thomas dafür den »Prix Italia« für das beste internationale Hörspiel. Der Lyriker, Hörspielautor und Rezitator aus Wales ist zu einem Mythos der modernen englischen Literatur geworden. Er galt als vulkanischer Dichter-Barde und als charismatischer Vortragender. Aus Impressionen walisischer Städte und Dörfer fügte Thomas das Bild des fiktiven Orts Llareggubs zusammen. Dieses vielleicht berühmteste Hörspiel des 20. Jahrhunderts bringen die Tagträumer als Theaterstück mit angemessen-sparsamer Ausstattung aber umso ausgefeilterer Lichtregie auf die Bühne.

«...auf herrlich böse Weise lustig» (FR)

Mit: Rolf Birkholz, Marita Kraus, Gudrun Schnitzer, Christof Winkelmann
Regie: Veronika Brendel

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