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Epitaph

Adlerwerke

Heute vor 60 Jahren

Erinnerung

»Epitaph«

Zum Gedenken an die Räumung des KZ Katzbach-Adlerwerke

Karfreitag, 25.3.05 20:00 frei

»Erinnerung ist gut, weil sie das Maß des Erkennbaren vergrößert. Aber es ist besonders zu achten darauf, dass sie nie das Furchbare ausschließt. Sie mag es anders fassen, als es in seiner schrecklichen Gegenwart erschien, anders, aber nicht weniger grausam, nicht erträglicher, nicht weniger sinnlos, schneidend, bitter, und nicht zufrieden, weil es vorüber ist, nichts ist je vorüber. Der eigentliche Wert der Erinnerung besteht in dieser Einsicht, dass nichts vorüber ist.« Elias Canetti

Am 24.3.1945 um 22 Uhr gab Gauleiter Sprenger den Räumungsbefehl für Frankfurt. Der Kommandant des Lagers im Rüstungsbetrieb Adlerwerke trieb die Häftlinge zusammen. Vier Tage vor der Einnahme Frankfurts durch die US-Armee verließen die ausgehungerten und erschöpften Gefangenen den Ort, der als KZ-Außenlager unter dem Decknamen Katzbach geführt wurde. Viele waren schon umgekommen. Der Marsch ins KZ Buchenwald sollte weiteren den Tod bringen.

Wir wollen 60 Jahre danach an das Leiden der Menschen erinnern und um die Toten trauern. Wir wollen es nicht vergessen lassen, dass mitten in Frankfurt ein KZ-Arbeitslager existierte. Wir wollen uns der Geschichte unseres Stadtteils stellen.

Pfarrer Hans-Josef Wüst führt ein zum Thema »Gedenken und Erinnern«. Barbara Englert liest aus dem Buch »Wir lebten und schliefen zwischen den Toten« von Ernst Kaiser und Michael Knorn, die die Vorkommnisse in den Adlerwerken recherchiert und aufgedeckt haben. Adelheid Seltmann zeigt Ausschnitte aus ihrem mit Joerg Franzmann konzipierten und noch unveröffentlichten Literaturvideofilm »Epitaph« (Grabinschrift). Die Cellistin Sophie Yuhaz spielt Werke von Bach. Die Autoren sind anwesend und stehen für Fragen zu ihrem Buch zur Verfügung.

Zur Veranstaltung laden ein das Gallus Theater in den Adlerwerken, die Kirchengemeinden im Gallus, die Ortsvereine von SPD, CDU und Grünen.