Das doppelte Lottchen und der dreifache Erich
Cornelia Niemann/Annemarie Roelofs
»Das doppelte Lottchen und der dreifache Erich«
eine kabarettistische Ehrung zum 100. Geburtstag Erich Kästners
Samstag, 17.4.99, 20.00
»Das doppelte Lottchen«.. war das Lieblingsbuch der kleinen Cornelia und der kleinen Annemarie, die übrigens, wie viele Kinder in aller Welt, mit Kästner Deutsch gelernt haben.
oder: »Das döppelte Löttchen«... zwei Kabarettistinnen und ein Klassiker: Wir spielen, singen, sprechen seine Texte, improvisieren darüber, szenisch und musikalisch.
Erich Kästner, der Kinderfreund und das Muttersöhnchen, dessen Kinderhelden (Emil, Anton) oft keinen Vater haben. Kästner, der Moralist, Zyniker, Lyriker, Romanautor, Feulletonist, Übervater der Kleinkunst. Kästner, der Mann, dem die Nazis die Bücher verbrannten, der aber nicht emigrierte, sondern unter Pseudonym weiterarbeitete. Kästner, dessen politisches Engagement im Wirtschaftswunderland die 68er Generation lediglich als allgemein-populistisches Menscheltum kritisierte.
Wie wäre er heute als realer Hundertjähriger?
Wie wären wir als »Doppeltes Lottchen«?
Wäre Luise Musikerin geworden? Lotte Schauspielerin? Oder umgekehrt? Wer sind wir überhaupt? Sind wirs? (Sowieso!) Und wer kocht besser?
Aber wir behandeln nicht nur Fragen wie: »Kann man Glück nachholen?« oder »Darf ein Kind dem anderen die Nase abbeißen?« Wir zeigen auch den anderen, den unbekannten Erich Kästner, wie er nicht in unseren Kinderbüchern stand.
Am 100. Geburtstag des Dichters haben die beiden Künstlerinnen das Programm im Holzhausenschlößchen herausgebracht: »Gelungen an der Revue ist das Bild Kästners als Kraftquelle: einer, der im Getöse die Nerven behielt und instinktiv am Prinzip Herzensgüte festhielt. Der bei Anmaßungen der Macht aufschrie..Niemanns Sprachakrobatik besticht, Roelofs klingende Stummfilmmalereien spiegeln Kästners gebrochene Heiterkeit, und ihre Posaune erzeugt mal Tierstimmen imitierend, mal morsend - ..Situationskomik. (FNP)
»Von doppelbödigem Witz bis zu makabren Einlagen und politischen Seitenhieben reichte die Textpalette des Programms. Dabei diente »Das doppelte Lottchen« als roter Faden.... Bitteres, Humorvolles und Nachdenkliches verschmolzen in Niemanns und Roelofs szenisch-musikalischem Streifzug durch das Erbe des Jubilars zu einer spöttischen Hommage mit bewunderndem Unterton.« (FAZ)
von und mit: Cornelia Niemann und Annemarie Roelofs
