Gallus Theater Programm: Papaya Parti'a (Kolumbien) mit Nucumba« und »Jessica, la enemiga del oro

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Nucumba« und »Jessica, la enemiga del oro



Papaya Parti'a (Kolumbien)

»Nucumba« und »Jessica, la enemiga del oro«

Jessica: Donnerstag, 24.02.1994 - 20.00
Nucumba: Freitag,    25.02.1994 - 20.00
Jessica: Samstag,    26.02.1994 - 20.00

Seit 1983 arbeitet die mehrköpfige kolumbianische Theaterbewegung »Papaya Parti'a« (geteilte Papaya) mit dem Anspruch, die spanische Theatertradition mit der Musikkultur der schwarzen Bevölkerungsmehrheit der Atlantikküste zu verbinden. In mehrere Produktionsgruppen aufgeteilt, versuchen sie künstlerisch eigenständig ihre gemeinsame Programmatik zu verwirklichen. Nach einer dreijährigen Tournee durch Südamerika sind zwei der Mitglieder nun mit drei Stücken in Europa.

Mit zwei Stücken werden Miguel Bejarano und Elisabeth Montes de Oca durch ihr Tanztheater sowohl ihre kolumbianische Heimat als auch ihre Sichtweise vorstellen. Für die Tanzstücke sind spanische Sprachkenntnisse hilfreich, aber zum Verständnis nicht erforderlich.

»Nucumba«

In den »Tänzen um Liebe und Tod« verarbeiten Miguel Bejarano und Liz Montes de Oca zwei traditionelle Tänze der kolumbianischen Atlantikküste, die Cumbia und den Garbato, mit Elementen indianischer Trancetechniken.

In der Cumbia, dem Tanz um die Eroberung der Liebsten, versucht der Mann die Frau zu gewinnen ohne sie zu berühren. Der Garbato, der Tanz um Leben und Tod, stellt sich teils komisch distanziert, teils dramatisch ernst dar. Hier versucht der Mann die Frau zu besiegen und als Macho ihr seinen Willen aufzuzwingen. Durch geschicktes Ausweichen gewinnt sie die Auseinandersetzung und ringt ihn nieder.

»Jessica, la enemiga del oro«

»Jessica, die Feindin des Goldes« ist ihre neuste Produktion, die das Vater-Tochter Verhältnis des Wucherers Shylock aus Shakespeares Kaufmann von Venedig bearbeitet. Die mit altbiblischen Motiven durchsetzte Handlung wurde in einen aktuellen Rahmen von Krieg und Gewalt, eine jüdische Siedlung während des Golfkrieges, gesetzt.

Die Saarbrücker Zeitung schrieb zu ihrer Deutschlandpremiere: »Mit bizarren und pointiert eingesetzten Lichteffekten und zu einer Collage aus Musikstücken der Gruppe Pink Floyd und einigen lateinamerikanischen Liedern zeigte Papaya Parti'a anspruchsvolles, fast avantgardistisches Theater.«