Gallus Theater Programm: Tra Theater mit Tod einer Puppe

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Tod einer Puppe



Premiere

Tra Theater

»Tod einer Puppe«

von Ferdinand Bruckner

Samstag,    11.3. - 20.00
Sonntag,    12.3. - 20.00
Donnerstag, 16.3. - 20.00
Freitag,    17.3. - 20.00
Samstag,    18.3. - 20.00

Das Tra-Theater, eine seit 1986 bestehende Gruppe um den jungen Regisseur Stefan Maurer setzt mit dieser Inszenierung seine kontinuierliche Arbeit fort, unbekanntere Stücke moderner Autoren auf die Bühne zu bringen. Nach Cocteau, Pinter und Picasso nun Ferdinand Bruckner. Der Wiener Theodor Tagger gründete Anfang der 20er Jahre in Berlin das Renaissance-Theater und war dort als Theaterintendant bekannt. Unter dem Pseudonym Ferdinand Bruckner, das er in Anlehnung an den Komponisten Anton Bruckner und den Dichter Ferdinand Raimund wählte, veröffentlichte er 1929 »Krankheit der Jugend« (z.Z. im Spielplan des Kammerspiels) und »Die Verbrecher« (Faßbinders erste Theaterinszenierung). Diese beiden Stücke brachten »Zeitprobleme von damals brennender Aktualität mit psychoanalytischer Deutlichkeit und reißerhaft packender Handlungsführung auf die Bühne« (Reclam) Als Halbjude mußte er 1933 Deutschland verlassen und kehrte 1951 nach Berlin zurück, wo er 1956 »Tod einer Puppe« schrieb. Mit diesem Zeitstück geißelte er die hohle Fassadenkultur des neuen Wirtschaftswunderlandes. In einem Modesalon brodelt es unter der kühlen Oberflächlichkeit: Gefühle brechen zwischen den modischen Posen durch. Im Mittelpunkt steht die reiche Kundin Adrienne, die vor ihrer zweiten Hochzeit immer mehr ihre selbstsichere Haltung verliert. Nicht zufällig werden gerade Themen der 50er Jahre wieder in der Epoche der Postmoderne aktuell. Frankfurt, ehemals häßliches Betonklötzchen mit schmutzig verrufenem Puffmilieu, läßt nun seine champagnertrinkenden Aufsteiger in aufpolierten Glas- und Marmorfassaden sich in ihrer neuen Selbstsicherheit spiegeln. Uns geht es gut.

Es spielen: Dorothea Reinhold, Rainer Furch, Cassis Kilian, Bernada Horres, Ellen Kuhn, Thomas Landini, Eckhard Mittelstädt und Burkhard Schreeb. Musik: Gregor du Buclet.