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Die vorletzte Freiheit - Landschaften des Otto Dov Kulka

Filmstill

Filmvorführung und Gespräch

Heinrich-Böll-Stiftung präsentiert

»Die vorletzte Freiheit - Landschaften des Otto Dov Kulka«

Deutschland / Tschechien 2018, Länge 65 min.

Donnerstag, 2.5.19 19.00 frei

Die Heinrich Böll-Stiftung Hessen präsentiert bei uns den 2018 enstandenen Film »Die vorletzte Freiheit - Landschaften des Otto Dov Kulka« mit anschließendem Gespräch mit Regisseur Stefan Auch und Werner Renz, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut, Frankfurt.

Otto Dov Kulka lebt in zwei Welten: der äußeren sowie in einer inneren. Als Zehnjähriger wird er 1943 zusammen mit seiner Mutter in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Dort kommen sie in das sogenannte "Theresienstädter Familienlager", wo es Gefangenen möglich ist, ein kulturelles Leben und Bildung für die Jugendlichen aufrecht zu erhalten. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Gaskammern, findet Kulka seinen Zugang zu Musik und Literatur. Später, in seinem beruflichen Leben, widmet er sich der Jüdischen Geschichtswissenschaft. Dass der Forschungsschwerpunkt zur Shoah nicht das Resultat eigener Betroffenheit ist, ist ihm wichtig zu betonen. Denn seiner persönlichen Geschichte stellt sich Kulka ausschließlich in Tagebuchaufzeichnungen.

Schreibend erkundet Kulka unermüdlich sein Gedächtnis, hält Träume fest, grübelt, beschreibt, versucht zu verstehen und zu deuten. Über Jahrzehnte erschafft er eine metaphorische Welt, die Kulka erst mit seinem Buch "Landschaften der Metropole des Todes" 2012 mit der Öffentlichkeit teilt.

Der Film "Die vorletzte Freiheit" zeichnet die Welt der inneren Landschaften nach. Er findet Bilder zu den Worten, lässt eintauchen. Lange ruhige Einstellungen begleiten die hypnotischen Erzählungen. Poetisch und grausam verschmelzen Worte und Bilder. Sie zeugen von der Last ebenso wie der Kraft des Weiterlebens.

Gespräch mit: Stefan Auch und Werner Renz