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Die Reichsgründer oder das Schmürz

Reichsgründer, Djikic, Lenke

Ensemble Aimée Rose

»Die Reichsgründer oder das Schmürz«

von Boris Vian

Mittwoch, 19.12.18 20.00 Eur 16/12 Vorbestell
Dauer 1 Std. 45 Min ohne Pause

Im »Reichsgründer« des französischen Surrealisten Boris Vian, uraufgeführt 1959, flüchtet eine Familie vor einem unheimlichen Geräusch in immer höhere, schäbigere Etagen des Hauses. Der Lebens- und Freiheitsraum wird immer weiter beschnitten. Dass sich die Lage so stets verschlimmert, wird geleugnet oder schöngeredet. Immer im Schlepptau: Das 'Schmürz', ein bandagiertes Etwas, das ständig ignoriert und nie angesprochen, scheinbar am stärksten zu leiden hat. Doch dieses Schmürz bleibt; es ist statt dessen die Familie, die sich auflöst, die bei jedem Umzug ein weiteres Mitglied verliert, bis sich der Vater allein mit dem Schmürz in dem letzten verbleibenden Raum der Wohnung aufhält.

Dieses Theaterstück ist eine nur scheinbar absurde, de facto aber klar politische Parabel gegen Krieg und Vergessen. Eine Gesellschaft, die vor ihrer dunklen Vergangenheit in den Aufbruch flieht, die schweigt. Die Angst vor etwas, das nur in den Köpfen existiert. Angst, die instrumentalisiert wird, um Menschen zu Feinden zu erklären, auszugrenzen und Mitgefühl zu ersticken. Das macht das Stück aktuell: Das Ensemble AIMÉE ROSE aus Frankfurt/M, hat den Faden der pazifistischen Überzeugung des Autors Boris Vian weitergesponnen und "Die Reichsgründer "als Statement gegen Rechtspopulismus, Intoleranz und zunehmenden Rechtsruck inszeniert.

Spiel: Samir Djikic (Vater),Eric Lenke (das Schmürz), Julia Corlija (Mutter), Boris Alexander (Nachbar), Birgit Thys (Cruche),Anna-Lena Kolata (Zénobie), Alexandre Rudel / Tobias Blank (Xavier)
Regie: Anne Hasselberg
Fotografie: Markus Schüller

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