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Die Stühle

Die Stühle
Frankfurt Premiere

Welt Theater (Köln/Iran)

»Die Stühle«

von Eugene Ionesco; Regie: Mohammad-Ali Behboudi; in persischer Sprache mit dt. Übertiteln

Sonntag, 28.01.18 -19:30 Eur 16/12

»Die Stühle« von Eugene Ionesco hat der bekannte Schauspieler und Regisseur Mohammad-Ali Behboudi auf persisch inszeniert und das Stück in Köln zum 24. Iranischen Theaterfestival herausgebracht. (Premiere 21. 11.17). Nun wird die Inszenierung auch in Frankfurt mit deutscher Übertitelung gezeigt.

'Der Alte' und 'Die Alte' laden einflussreiche Persönlichkeiten zu einer Abendgesellschaft. Klingeln läuten, Türen öffnen sich, die Alte schleppt, während der Alte empfängt, ohne Ende Stühle herbei, bis die Wohnung mit sichtbaren Stühlen und unsichtbaren Gästen vollgestopft ist. Mit den unsichtbaren Gästen betreiben sie eine angeregte Unterhaltung in Erwartung des Redners, der über den Sinn des Daseins referieren soll. Der Redner allerdings ist taubstumm.

Wie in einem Traum, der aus tiefer Vergessenheit auftaucht, erleben die Alten Momente einer zweiten Kindheit wieder. Doch bei dem Versuch, verlorengegangenes Glück zu erinnern, wird der Traum zum Traumata, überschwemmt sie das in leeren Stühlen symbolisierte Nichts. Das Nichts allerdings spiegelt die wirkliche Vernichtung im von Nazis besetzten Paris. Ein Nichts, das heute nicht an Aktualität verloren hat..

Das Stück wurde im Frühjahr 1951 geschrieben und 1952 in Paris uraufgeführt. Es ist ein absurdes Theaterstück, das uns ermöglicht, über Sinn und Unsinn unseres Lebens zu philosophieren und, wenn wir Glück haben, zu begreifen, dass zwischen Sein und Nichtsein, Viel und Wenig, Nichts und Alles nur ein schmaler Grat ist, auf dem wir wie ein blinder Seiltänzer unsere Kunststücke vorführen und jederzeit in die Tiefe der Manege stürzen können.

Eugene Ionesco wurde am 26. November 1909 in Slatina, Rumänien als Eugen Ionesco geboren und ist am 28. März 1994 in Paris gestorben. Er war ein französisch-rumänischer Autor. Er gilt als bedeutendster französischer Dramatiker der Nachkriegszeit und als ein führender Vertreter des absurden Theaters.

Das Stück in persischer Sprache mit deutschen Übertiteln dauert 80 Minuten. Wir freuen uns, nun auch eine Inszenierung von Mohammad-Ali Behboudi bei uns zeigen zu können, der uns im März als Schauspieler in der Theaterhaus Stuttgart Produktion 'Ich werde nicht hassen' beeindruckte.

Mit: Zhaleh Shoari (Die Alte, 94 Jahre), Vahid Balooti (Der Alte 95 Jahre), Bahmann Filssouf (Der taubstumme Redner)
Regie: Mohammad-Ali Behboudi
Bühne: Sina Feiz, Mohammad-Ali Behboudi
Musik: Reza Kaveh
Kostüme: Nafice Fazely
Foto: Amin Khelghat

Karten: Voll 16,00 Euro
Karten: Ermäß 12,00 Euro

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