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bash - stücke der letzten tage

Hendrik Pape Nora Jokhosha, Christoph Stein Birte Hebold

Daedalus Company

»bash - stücke der letzten tage«

von Neil LaBute

Dienstag, 03.04.12 20.00 Eur 15/11
Mittwoch, 04.04.12 20.00 Eur 15/11

Die Daedalus Company hat im Januar das Stück »bash - stücke der letzten tage« des amerikanischen Gegenwartsdramatikers Neil LaBute (*1963 Detroit) bei uns herausgebracht:

Drei kurze Stücke über das Töten. Ein Geschäftsmann beichtet einem Fremden Probleme im Beruf und den Mord an seiner neu geborenen Tochter. Ein Yuppie-Paar erzählt von einer rauschenden Ballnacht, an deren Rande der junge Mann mit seinen Freunden einen Schwulen umbringt. Eine junge Frau, die mit 14 von ihrem Lehrer verführt, geschwängert und verlassen wurde, erinnert sich an ein einmaliges Wiedersehen mit diesem Lehrer Jahre später, das mit dem Mord an ihrem inzwischen 14jährigen Kind endet.

»Drei Bestien ohne Grund aus einem jungen, glänzenden, düsteren Amerika bekennen, was für sie gar kein Bekenntnis ist, sondern nur die nüchterne Feststellung eines Faktums. Der Tod von anderen als Nebenbeiprodukt eines eigenen tödlich normalen Lebens.« (FAZ) Alle drei Taten wurden nicht von Kriminellen, sondern von ganz normalen Bürgern begangen, die in einem normalen Alltag eingebettet sind. Ihre scheinbar zufälligen Taten verändern unsere Wahrnehmung und entlarven, dass in ihrem Leben nichts in Ordnung ist unter der Oberfläche. In die geordnete Alltäglichkeit ihres Lebens ist schon längst schleichend Unordnung eingezogen und die Täter haben es nicht als solche erkannt, sie haben sich daran gewöhnt. Wir realisieren an ihren Taten, was unser eigenes Leben formt und ausmacht. Und »bash« zeigt an ihnen die Mechanismen fehlender Zivilcourage in einer bürgerlichen Gesellschaft. Das Stück wirft die Frage nach der Tragik des Lebens auf, die nach Neil LaBute mythischen Charakter besitzen muss, weil die Menschen sterblich sind. Damit meint La Bute nicht nur unseren Tod, sondern unsere Unvollkommenheit und unsere daraus resultierende Vergänglichkeit. »bash« geht der philosophischen Frage nach der Tragik des Lebens nach und macht ihre Dynamik transparent. »bash - stücke der letzten tage« wurde 2001 von Theater heute zum besten ausländischen Stück des Jahres gewählt.

Die Daedalus Company bringt diesen Autor nun auf die Bühne. Seine Stücke sind eine Auseinandersetzung mit der Scheinheiligkeit einer Gesellschaft, die die Doppelbödigkeit ihrer moralischen Werte und die Klischeehaftigkeit ihrer Gefühle nicht mehr sieht und zeigt, dass wir uns am Rand eines Abgrunds bewegen, vor dem wir uns fürchten sollten. Wenn wir die Zeitung aufschlagen und lesen, dass eine junge Mutter ihr Kind umgebracht hat oder ein junger Mann auf einem U-Bahnsteig von einer Gruppe unbekannter junger Männer zusammen geschlagen wird und dabei stirbt, reagiert man tief erschüttert und fragt sich, 'warum' und 'wo waren die anderen'. Vorfälle dieser Art mit tödlichem Ausgang nehmen zur Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich zu und "bash" versucht eine Art Ursachenforschung.

»Aktuell ist das Stück trotz seines Alters: Es zeigt, dass menschliche Abgründe überall dort lauern, wo Angst, Intoleranz und Enttäuschung blenden.« (FAZ 2012)

»Ein weicher Bürostuhl, eine Parkbank, ein Stuhl und sensibles Licht genügen Regie und Darstellern für eine hoch konzentrierte, realistische Darbietung, die mühelos über zwei Stunden trägt. Selbstgerechtigkeit und die religiöse Duldung von Sex mit 13-jährigen Mädchen bei rigoroser Ablehnung von Homosexualität mögen im Mormonenzentrum auffindbar sein. Wie die Inszenierung zeigt, stehen hinter diesen Schuldfragen aber Abgründe von universeller Relevanz.« (Marcus Hladek, FNP)

»'Bash - Stücke der letzten Tage' vom US-amerikanischen Autor, Dramaturg und Regisseur Neil LaBute wird von der Regisseurin Regina Busch und der Daedalus Company überzeugend umgesetzt.« (Dörthe Krohn, reinmeininfo, 15.1.12)

Die Daedalus Company setzt in der Regie von Regina Busch die Vorlage im schummrigen Licht mit wenigen Requisiten um und kann sich dabei ganz auf die wie ein Sog wirkende Kraft der Monologe verlassen. Kein Leerlauf nirgendwo in den knapp anderthalb dahinfliegenden Stunden.(W. Geipert, Strandgut 4/12)

Junger Mann: Hendrik Pape
Sue, John: Nora Jokhosha, Christoph Stein
Die Frau: Birte Hebold
Regie: Regina Busch
Ausstattung: Sandra Li Maennel Saavedra
Licht: Jan Hartmann, Christian Hinse
Sound: Frank Marheineke
Dramaturgiemitarbeit: Julia Eberwein
Regieassistenz: Maria Bätzing
Fotos: Barbara Walzer