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Zu Hause / In der Fremde

HfMDK Regie / Schauspiel

»Zu Hause / In der Fremde«

nach 'Mamma Medea' von Tom Lanoye

Freitag, 27.6.08 20:00 Eur 8/5

Der Studiengang Regie der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main präsentiert nun bereits zum zweiten Mal bei uns das Vordiplom des zweiten Jahrgangs.

Unter dem Thema »Antike« konnten sich die Studierenden ein Stück oder eine Bearbeitung wählen. Beide trafen eine unkonventionelle Entscheidung. Stephan Seidel inszeniert seine eigene Bearbeitung von »Phädra« nach Racine und Bettina Jung widmet sich ausschließlich dem ersten Teil der »Mamma Medea« von Tom Lanoye.

Im ersten Teil von Tom Lanoyes »Mamma Medea« treffen sich Jason und Medea zum ersten Mal, ein Treffen »Zu Hause/ In der Fremde«. Jason, der Grieche, ist auf der Suche nach dem Goldenen Vlies, Medea, die kolchische Königstochter, ist hin- und her gerissen zwischen der Verbundenheit zu ihrem Vaterhaus und dem neuen, unbekannten Gefühl der Liebe zu dem Fremdling Jason. Ein Treffen lange bevor Jason zum Ehebrecher wird und Medea zur Kindsmörderin. Gleichzeitig aber der Beginn, die Annäherung und das Entstehen der Kluft zwischen beiden. Eine Kluft zwischen archaischer Verbindlichkeit und einem sehr heutigen Verständnis von Sich-Treiben-Lassen, von aufopfernder Liebe und der Vorstellung einer Zweckgemeinschaft.

»All you need is love« ist ein schöner Titel, klingt richtig. »Everybody needs someone to love« jedoch richtiger, wobei someone eben jemand bestimmtes ist, den everybody leider nicht selbst bestimmen kann.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung von »Deine Liebe ist vielleicht tragischer als meine aber nicht dein Tod« steht Phädras Kampf mit der Hoffnung, die sie vom Glauben an die Unmöglichkeit ihrer Liebe immer wieder zurück ins Leben wirft. Warum stirbt die Hoffnung zuletzt, obwohl das Glück manchmal zuallererst gestorben ist.

Regie Zu Hause / In der Fremde: Bettina Jung
Mit: Katharina Hackhausen, Lucie Mackert, Leonard Hohm, Hendrik Vogt, Marios Gravilis
Regie Deine Liebe ist vielleicht tragischer als meine aber nicht dein Tod : Stephan Seidel
Mit: Lucie Mackert, Victoria Schmidt, Moritz Pliquet, Raúl Semmler, Hendrik Vogt