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puzzled

KunstFoyer

Albrecht Wild

»puzzled«

beermats + paintings

Montag, 2.5.08 - 20:00 frei

"puzzeld" ist bereits die 10. Ausstellung in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt/Main in der Reihe "Künstler/innen des Frankfurter Atelierprogramms stellen sich vor". Albrecht Wild, 1959 in Weinheim/Bergstraße geboren, studierte am Städel in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle, dessen Meisterschüler er 1991 war. Albrecht Wild lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Seine monochromen Bilder erinnern an die fein gerechten Steingärten in Japan. Der monochrome Farbauftrag verstärkt die Tiefe und Ruhe des Raumes. In seiner Malerei verhindert er die "Harte Kante" (Hard Edge) und führt die Betrachter in die unendliche Schleife der Augenbewegung. Er schneidet die Kreissegmente an und gibt ihnen doch Eigenständigkeit. Er zeigt die Schlichtheit der Farbe in großen Formaten.

Die ausgestellten Arbeiten "beermats" sind wie Briefmarken zu sammeln. Aber die Blaue Mauritius schneidet man nicht in Stücke, um sie in einer neuen, künstlerischen Dimension wieder zusammen zu setzen. Wilds »puzzles« sind Mitteilungen über die Jetztzeit, sie geben Kenntnis über die Kultur des Biertrinkens und die Werbewirksamkeit der bedruckten Untersetzer. Früher stülpte man den Zinkdeckel auf den Becher und schützte das Bier auch beim Transport. Deswegen sagt man immer noch "Bierdeckel" und nicht "Bierboden". Trotzdem benutzen wir inzwischen den "Bierdeckel" nur noch als "Bierboden", als aufsaugende Papierfilzunterlage. Einen Bierdeckel auf den Glasrand zu legen gilt schon als exotische Handlung.

Albrecht Wild teilt die gesammelten Bierdeckel penibel nach den aufgedruckten Motiven in einer eigenartigen scharfkantigen und scharfsinnigen Weise. Er erkennt bereits vor der Teilung deren neue, für die Betrachter verblüffende Zusammensetzung. Seine ausgetüftelten Gruppierungen erzählen Geschichten. Sie sind ein Schnitt durch die Gesellschaft, sind Schnitte durch die Kultur und manchmal auch sexy. Sein vielschichtiges "Bier-Kaleidoskop" macht alle Varianten des Prismas auf einen Schlag sichtbar. Die Betrachtenden zoomen sich in eine immer neue, bunte Variantenvielfalt.

Albrecht Wild nutzt den Bogen des Theater Foyers zum Anlauf auf die gerade Wand hinter den Stützpfeilern. Das Weiß der Wand hat eine farbige "Tapete" erhalten.

Die Ausstellung ist geöffnet vom 3.6. bis 27.6.08 Montag bis Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr und zu den Theaterveranstaltungen.