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The Art Of Getting Lost

Premiere

ohnepunkt company

»The Art Of Getting Lost«

Tanz- und Musik-Performance

Donnerstag, 17.5.07 - 20:00 Eur 13/10
Freitag,    18.5.07 - 20:00 Eur 13/10

"The Art Of Getting Lost" ist eine Tanz- und Livemusik Performance über das Denken, Bewegen und Verschwinden. Ob beim kreativen Denken, bei den Tagträumen oder in der direkten Begegnung: Körper und Geist sind höchst selten zur selben Zeit am selben Ort zu finden! Wo gehen sie denn hin? Im 'verloren gehen' und 'sich verlieren' offenbaren Körper und Denken ihre ganz speziellen Beziehungsgeheimnisse.

Über Bewegung und Klang zeigen die Tänzerinnen und Musiker konkrete Ansichten aus ihrer Innenperspektive. Der Zuschauer darf an den üblicherweise unsichtbaren Teilen von Wahrnehmung, Form und Ausdruck teilhaben. Er wird Zeuge, wie sich das Denken über den Körper, die Musik und Videoprojektionen von Innen nach Außen krempelt. Die Umkehrung erzeugt ungewohnte Perspektiven auf Bekanntes, spielt mit dem Verschwinden und Durchdringen von Raum, Zeit und Bedeutung.

Dabei sind für den Körper wie auch für die Musik Formen entstanden, die eine ganz eigenständige Ästhetik hervorbringen, jenseits von Begleitung oder Führen-Folgen. ... Und wohin wandern Ihr Denken und Ihr Körper bei der Frage: Können Sie mit der Nase den Ellenbogen berühren?

Nach vielen anderen Produktionen von Wiebke Dröge ist dies ihre zweite seit der Gründung der ohnepunkt company vor gut einem Jahr. W. Dröge arbeitet interdisziplinär und gleichberechtigt im Team. Die Vernetzung mit anderen eigenständigen Künstlern aus der freien Kunstszene Frankfurts und das Erforschen einer gemeinsamen Schnittmenge liegen im Zentrum des Interesses.

Eine enge Zusammenarbeit hat sich mit der Tänzerin Alejandra Sepulveda Z. entwickelt. Ende 2005 hatten sie ihre erste gemeinsame Premiere mit dem Duo »un(d)vollendet« in Duisburg. Mit den Musikern reicht die Zusammenarbeit noch weiter zurück: Gemeinsame Workshops, zurückgezogener Forschungsurlaub auf dem Lande und Unterstützung bei W. Dröges Seminaren und Performances zu Klang und Bewegung im Rahmen der Universität Frankfurt.

Dröge arbeitet seit mehr als 15 Jahren als Tänzerin, Dozentin und Choreographin und in den letzten 5 Jahren zusätzlich als Autorin und Coach für Tanz und Performances. Gebürtig aus Dortmund kommend, hat sie Tanz, Sport und Theaterpädagogik studiert. Ihre Diplomarbeit schloss sie zum Thema »Kontaktimprovisation- ein Ansatz zur Erweiterung von Wahrnehmung und Interaktion« ab. Nachdem sie sich mehrere Jahre freiberuflich als Dozentin und Künstlerin national und international auf Projekte, Companyarbeit und Workshops spezialisierte und Konzepte für größere Unternehmen umsetzte, kam sie 2001 nach Frankfurt Main.

Dort leitete Wiebke Dröge von 2001 bis 2006 die Tanzabteilung des Instituts für Sportwissenschaften der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt Main, gründete eine studentische Performancegruppe, die 2005 den 1. und 2. deutschen Hochschulpreis gewann, realisierte weiter ihre eigenen Performances und agierte als Gastdozentin (u.a. internationale Festivals, HfMDK Frankfurt, Universidad de Dansa Heridia Costa Rica, Uni Giessen, Bochum, ...). Die Erfahrungen aus der künstlerischen Arbeit mit Zeitgenössischem Tanz, Tanztheater und Improvisation verwob sie mit dem Ausbildungskonzept der Frankfurter Universität. Im Rahmen pädagogisch-künstlerischer Ausbildungsforschung entwickelte Wiebke Dröge zum einen Konzepte zur Kommunikation zwischen Tanz und Musik, welches jetzt auch in ihre eigene Performancearbeit zurückstrahlt.

Darüber hinaus ergründet und vermittelt sie Tanzimprovisationen als eine eigenständige Performanceform. Parallel dazu begann sie ihre Promotion unter Begleitung von Frau Dr. Prof. Gabriele Klein am Institut für Bewegungswissenschaften in Hamburg. Ihr Forschungsansatz liegt darin, Improvisation in Performancesituationen aus der Innenperspektive der Tänzer zu beschreiben, mit dem Schwerpunkt auf die nicht- sichtbaren Anteile dieser speziellen Kommunikationssituation. In diesem Zusammenhang hat sie praxisbezogene sowie theoretische Ansätze in Büchern und Zeitschriften veröffentlicht.

2006 gründete sie »Wiebke Dröge ohnepunkt - Tanz und Performance«, womit sie ihre Arbeit als Company, künstlerischer Coach und in Form von Textarbeit (Circulation) wieder freiberuflich fortsetzt. Als Coach entwickelt sie derzeit für und mit Tanzlabor 21/Tanzplan Rhein-Main ein Konzept für Tanz in Schulen und realisierte erste Tanzschulprojekte in Hessen.

Tanz: Wiebke Dröge, Alejandra Sepulveda Z.
Musik: Michael Gambacurta (Percussion), Henrik Göhle ( E-Gitarre), Christian Keul (E-Bass)