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Die Zeit der Schildkröten

Jürgen Beck-Rebholz, Gregor Michael Schober Bettina Kaminski

Frankfurt-Premiere

Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt

»Die Zeit der Schildkröten«

von Kerstin Specht

Donnerstag, 17.11.05 20.00 Eur 15/10
Freitag,    18.11.05 20.00 Eur 15/10
Samstag,    19.11.05 20.00 Eur 15/10
Sonntag,    20.11.05 20.00 Eur 15/10
Publikumsgespräch im Anschluß an die Vorstellung am 19. November mit der Autorin Kerstin Specht im Foyer des Gallus Theaters

Tag für Tag landen an der Südküste Europas illegale Einwanderer aus Afrika, die im Paradies Europa ein zweifelhaftes Glück suchen. Sami und Ali arbeiten für Hungerlöhne in Gemüseplantagen. Sehr schnell begreifen sie, dass in dieser Wohlstandsgesellschaft für sie kein Platz ist, dass sie immer Ausgestoßene und Gejagte bleiben werden. Verbrecher ohne Verbrechen, lästig wie Schmeißfliegen auf den fauligen Bergen von Zucchini, Düngemitteln, Auberginen; Tomaten und Plastikfolien, auf denen ihre Leichen zurückbleiben, nach dem armseligen Versuch, auch ein Stück vom großen Wohlstandskuchen abzubekommen.

Das Stück gleicht einem grotesken, surrealen Requiem, wo diese Toten wieder auferstehen und erneut die gleichen falschen Hoffnungen träumen, die gleichen erbarmungslos alltäglichen Schlachten um Nähe, Wärme und Anerkennung schlagen, die gleichen Demütigungen erfahren, die gleichen linkischen Gaunereien versuchen, in die gleichen Fallen gehen und ihrem kleinen Glück davonlaufen. Ein grausames Märchen, aus dem Leben gegriffen, ein makabres Traumspiel, ein andalusischer Totentanz. Ein absurder, trivialer Show-Down von zwei Helden, die immer Looser waren?

Die Autorin Kerstin Specht gehört zu den renommierten Dramatikern der letzten Jahre. Ihre 15 Stücke sind an großen Bühnen uraufgeführt worden. »Die Zeit der Schildkröten« erlebte im Mai bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen in der Inszenierung des Freien Schauspiel Ensemble Frankfurt eine »umjubelte Uraufführung« (Neue Osnabrücker Zeitung). Wir freuen uns, das Stück jetzt erstmals in Frankfurt vorzustellen.

»Sami und Ali sind lebendige, anrührende, gleichwohl auch humorvolle Gestalten... Ihr (Kerstin Spechts) Stück ist engagiertes Volkstheater, das sich gegen Tendenzen wendet, Menschen aus islamischen Ländern zu verteufeln.« (dpa)

»Kerstin Spechts Traumspiel ... lässt in die Seelen von Menschen blicken, die in einer vermeintlich globalen Welt immer die Verlierer sein werden. In der, aus der sie kommen, wie in der, in die sie streben. Reinhard Hinzpeter hat diese Zwischenwelt ebenso leicht wie eindringlich in Szene gesetzt.« (Kölnische Rundschau)

Mit: Jürgen Beck-Rebholz, Heinrich Cuipers, Bettina Kaminski, Gregor Michael Schober, Hans-Peter Schupp
Inszenierung: Reinhard Hinzpeter
Ausstattung: Gerd Friedrich
Fotos: Felix Holland

Jürgen Beck-Rebholz Hans-Peter Schupp, Gregor Michael Schober