Banner

Ich bin ein Mann! - wer ist es mehr?

theater be

Premiere

theater be

»Ich bin ein Mann! - wer ist es mehr?«

Schiller und die Frauen

Mittwoch,   11.5.05 20:00 Eur 10/7
Donnerstag, 12.5.05 20:00 Eur 10/7
Dienstag,   17.5.05 20:00 Eur 10/7
Dienstag,   24.5.05 20:00 Eur 10/7
Mittwoch,   25.5.05 20:00 Eur 10/7

»Es ist sonderbar, ich verehre, ich liebe die herzliche empfindende Natur und eine Kokette, jede Kokette, kann mich feßeln. Jede hat eine unfehlbare Macht auf mich durch meine Eitelkeit und Sinnlichkeit, entzünden kann mich keine, aber beunruhigen genug...« schrieb Schiller 1787 an seinen Freund Körner.

Bis er seinen Traum von einem geordneten Familienleben verwirklichen konnte, fühlte sich der große deutsche Dichter zwischen Frauen höchst unterschiedlichen Herkommens und verschiedener Temperamente hin- und hergerissen. Da war Louise Dorothea Vischer, seine Zimmerwirtin in Stuttgart, die ihn erotisch anzog, und die er als ‚Laura' in seinen Gedichten besang. Die unglücklich verheiratete Charlotte von Kalb, die sehr klug und belesen war und ihm Gesprächspartnerin beim Schreiben seiner Stücke sein konnte. Ihre Verbindungen in höchsten Kreisen nützten ihm außerordentlich. Eine konkrete Ahnung von der Problematik in ‚Kabale und Liebe' erfuhr er während seiner unglücklichen Verliebtheit in die sehr junge Tochter Charlotte seiner Gönnerin Henriette von Wolzogen, für die Schiller keine standesgemäße Partie war.

Sein Idealbild der eigenen Ehefrau schilderte er in seinen Gedichten ‚Tugend des Weibes', ‚Macht des Weibes' und in der ‚Glocke': die Frau an Heim und Herd, die tugendhafte Hausfrau und Mutter seiner Kinder, die den häuslichen Kreis nicht überschreiten sollte. Obwohl er sie später in Charlotte von Lengefeld gefunden hatte, war für ihn das Zusammensein und das Gespräch mit ihrer leidenschaftlichen, schreibenden Schwester Caroline unverzichtbar. Der Maler Graß, Zeuge dieses Dreiecks, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Schiller nun mit zwei Frauen lebte.

Schiller hat in seinem Dramenwerk herausragende Persönlichkeiten beiderlei Geschlechts gestaltet. Wie gerade seine großen Frauenfiguren beschaffen sind, und in welche Konstellationen er sie gestellt hat, zeigt die szenische Lesung.

Barbara Englert liest Gedichte und Briefe Schillers und spielt ausgewählte Szenen seiner Dramen. Hier begegnen wir unter anderen der Stauffacherin, der Eboli, der Terzky, der Fürstin Isabella und den Königinnen Elisabeth und Maria.

»Wer will, mag ... durchaus die eine oder andere Ähnlichkeit zu historischen Personen entdecken, Schillers Frauenbild gespiegelt finden. (...) Dem unterhaltsamen Charme des Abends jedenfalls können derlei Spekulationen nichts anhaben.«(FAZ)

»Barbara Englert, eine herausragende Schauspielerin des Freien Theaters in Frankfurt, ist im Zugriff auf die Textpassagen (...) wohltuend nüchtern. Geschickt steigt sie anrissweise in die Rollen ein, gibt Skizzen in der Manier des epischen Theaters ab. Gerne würde man sie einmal wieder abendfüllend in einer Schillerrolle erleben.«(FR)

Lesezeit ca. 75 Minuten


theater be theater be